Lust auf Leinwand: Gutes Kinojahr auch in der Prignitz

Ein Trend setzt sich durch: 3D-Kino. Die erste große Filmaufführung in 3D gab es bereits am 27. September 1922 in den USA.  Anfang der 1950er erlebte das 3D-Kino seinen ersten Boom,  verschwand danach aber von der Bildfläche. Seit 2006 erlebt das 3D-Kino ein Revival.
Ein Trend setzt sich durch: 3D-Kino. Die erste große Filmaufführung in 3D gab es bereits am 27. September 1922 in den USA. Anfang der 1950er erlebte das 3D-Kino seinen ersten Boom, verschwand danach aber von der Bildfläche. Seit 2006 erlebt das 3D-Kino ein Revival.

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24. Dezember 2009, 08:36 Uhr

Prignitz | Sind Krisenjahre gute Jahre für die Filmwirtschaft? Was den Besucherstrom 2009 in die deutschen - und auch in die Prignitzer Kinos - anbelangt, klingt die These plausibel. "Die Menschen können der Realität zu bezahlbaren Konditionen für eine kurze Zeit entfliehen", meint Sebastian Bohnsack, stellvertretender Betriebsleiter des Kulturhauses Pritz walk, das seit 2003 ein modernes Kino beherbergt.

Auch das bietet die Leinwand - aber nicht nur. 2009 war geprägt von erfolgreichen deutschen Filmen wie Bully Herbigs "Wickie und die starken Männer" oder Hape Kerkelings "Isch kandidiere", von Blockbustern, wie "Ice Age 3" (mit 8,7 Millionen Besuchern der erfolgreichste Film 2009 in Deutschland), "Harry Potter und der Halbblutprinz" oder Roland Emmerichs "2012". In den ersten 40 Wochen des Jahres lösten Kinobesucher 100 799 896 Tickets und sorgten so für einen Gesamtumsatz von 663,2 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahr bei den Besuchern um 13,6 Prozent, beim Umsatz sogar um 20,7 Prozent, was auch auf die teureren 3D-Eintrittspreise zurückzuführen ist.

Die Zukunft Kino Marketing GmbH hat darüber hinaus recherchiert, dass der deutsche Film in der Publikumsgunst sehr gut abschneidet. So entfallen 21,8 Prozent des Gesamtumsatzes auf deutsche Filme, und auch die Besucherzahlen stimmen positiv: 23,2 Prozent aller Kinogänger schauten sich deutsche Produktionen im Filmtheater an, darunter Streifen, wie "Die Päpstin" und "Das weiße Band". Letzterer wurde teils in der Prignitz gedreht.

"Es gab in diesem Jahr tolle Filme. Das hat uns wirklich geholfen", resümiert Sylvio Verfürth, Betreiber des "Movie Star" in Wittenberge. Sehr gut angenommen werde in der Elbestadt das 3D-Kino, das es hier seit kurzem gibt. "Ab 14. Januar 2010 sind wir in allen vier Sälen komplett digital", blickt Verfürth voraus. Und er freut sich auch schon auf das filmische Angebot des neuen Jahres. "Es geht gleich im Januar mit der deutschen Komödie ,Friendship los. Sie spielt in der Wendezeit, zwei Ostdeutsche schauen sich Amerika an. Sehenswert."

Die Digitalisierung der Kinos und das dreidimensionale Filmerlebnis beschäftigt auch die Kinobetreiber in Pritz walk und in Perleberg. Der Investitionsaufwand sei für solch kleinen Häuser allerdings nicht so ohne weiteres zu stemmen, wie Edda Lenzner auf Nachfrage des "Prignitzers" äußerte. Sie betreibt neben dem Union-Filmtheater in der Rolandstadt auch das Autokino in Vielbaum sowie ein Sommerkino in Boltenhagen und kann den insgesamt positiven Trend für das zu Ende gehende Jahr bestätigen, auch wenn sich der Boom auf dem Lande nicht so stark widerspiegele wie in den großen Städten. Ebenso wie Sebastian Bohnsack in Pritzwalk hofft man in Perleberg darauf, dass das digitale Kino früher oder später flächendeckend eingeführt wird. Dann allerdings unter finanzieller Beteiligung der Filmindustrie. "Produzenten und Verleiher ziehen den größten Vorteil aus dieser Entwicklung", so Bohnsack. Das Ganze sei zudem ein Kreislauf, beginne bereits mit der beim Filmdreh verwendeten Kameratechnik. Früher oder später müsse demzufolge jedes Kino umgerüstet sein. Der Schritt von der Digitalisierung zu 3D sei dann nur noch ein kleiner, eine zusätzliche Option, die man relativ einfach draufsatteln könne. "Momentan befinden wir uns in einer Übergangsphase. Es gibt noch viele Streifen, die nur althergebracht über Filmrollen vorgeführt werden können, aber auch schon viele digitale", erläutert Bohnsack, der sich mit der Materie bereits wissenschaftlich im Rahmen seiner Diplomarbeit auseinandersetzte. Und: Die nächste Kinogeneration sei schon in Sicht. 4D, so Bohnsack, habe ein Entertainmentpotenzial, das man selbst mit der besten Heimkinoanlage in absehbarer Zeit nicht erreichen werde. "Im Moment ist viel in Bewegung. Alles dreht sich darum, Kino interessant und attraktiv zu machen."

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