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Lokales

24. November 2017 | 12:32 Uhr

Luftfahrt: MV will an die Weltspitze

vom

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erstellt am 07.Jan.2010 | 09:09 Uhr

Warnemünde | Mecklenburg-Vorpommerns Luft- und Raumfahrtunternehmen planen den Angriff auf die Weltspitze des Flugzeugbaus. Zwölf ortsansässige Entwickler, Produzenten und Dienstleister wie der Rostocker EADS-Ableger, die Flamm Aerotec aus Schwerin oder die AMAS GmbH aus Neu Kalliß haben sich dazu in einem Netzwerk zusammengeschlossen. Gezieltes Marketing auf Messen und verstärkte Zusammenarbeit versprechen lukrative Aufträge - allerdings auf lange Sicht.

"In der Luftfahrt denken wir in Zehnjahres-Zeiträumen", sagt Uwe Gröning, 1.Vorsitzender des Verbands Luft- und Raumfahrtorientierter Unternehmen "Hanse-Aerospace". Als aktuellen Beleg dafür nennt er den Bau des Militär-Transporters Airbus A400M. Daher sei auch das Netzwerk nicht bloß auf die drei Jahre der Anschubfinanzierung in Höhe von 400 000 Euro ausgelegt. Drei Viertel dieser Summe steuert das Wirtschaftsministerium von Jürgen Seidel (CDU) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds bei, den Rest tragen die Gründungsmitglieder.

"Hauptaufgabe von Managerin Sandra Wandt ist es zunächst, alle rund 60 im Land ansässigen Firmen in das Netzwerk zu integrieren", sagt Gröning. Langfristig soll zudem der Kontakt mit Zulieferbetrieben wie Seilereien oder Speditionen verstärkt werden. Auch Verbindungen mit anderen nationalen und internationalen Regionen sind geplant, beispielsweise mit Hanse-Aerospace in Bremen oder den Flugzeugherstellern im kanadischen Montreal. "Die sind da schon viel weiter", sagt Gröning. Von der Zusammenarbeit verspricht er sich die Einhaltung internationaler Qualitätsstandards und somit eine erhöhte Wettbewerbsfähigkeit, beispielsweise im Kampf um Subaufträgen beim Bau des A350. "Hier ist viel Know-how vorhanden, das nur noch entwickelt werden muss", sagt der Experte. In Mecklenburg-Vorpommern sind insgesamt

1800 Arbeitnehmer in der Luft- und Raumfahrt tätig. Zum Vergleich: Im großen Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder arbeiten 12 000 Angestellte. "Bis auf den Bau eines Flugzeugs finden wir im Land alles vor, was da hinein gehört", sagt Gröning. Mit diesem Pfund müsse gewuchert werden. Das Netzwerk soll dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Managerin Wandt sieht optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Arbeit: "Große Ingenieurdienstleister wie Ferchau oder Rücker haben wir schon im Land, da können sich die Kleineren anhängen", sagt sie und verspricht sich auf diese Weise auch wirtschaftspolitische Effekte für die Zulieferbetriebe.

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