Fahrgastverband Pro Bahn plädiert für Direktverbindung : Lückenschluss nach Lübeck machbar

Endstation Rehna? Das könnte bald der Vergangenheit angehören. Volker Bohlmann
Endstation Rehna? Das könnte bald der Vergangenheit angehören. Volker Bohlmann

Rückenwind für die Befürworter des Bahn- Lückenschlusses Schönberg-Rehna: Auch der Fahrgastverband Pro Bahn macht sich für das Vorhaben stark. Innerhalb der nächsten vier Jahre könnte es realisiert werden.

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29. November 2010, 08:22 Uhr

Rehna | Rückenwind für die Befürworter des geplanten Bahn-Lückenschlusses Schönberg-Rehna: Auch der Fahrgastverband Pro Bahn macht sich weiter für das Vorhaben stark. So stufen die beiden Landesverbände MV und Schleswig-Holstein die elf Kilometer lange Neubaustrecke Rehna-Schönberg innerhalb der nächsten vier Jahre als realisierbar ein. Ab dem Fahrplan 2015 könnten nach Meinung der Fahrgastverbandes Pro Bahn direkte Regionalzüge zwischen Lübeck und Schwerin verkehren.

Ein Lückenschluss sichere langfristig den Erhalt der Bahnstrecke Schwerin-Rehna. Es rücken darüber hinaus nicht nur die beiden Städte Schwerin und Lübeck näher zusammen, sondern auch die Regionen Ostholstein und Westmecklenburg. Zudem würden sich die Fahrzeiten im Regionalverkehr von Lübeck aus nach Berlin und Mitteldeutschland erheblich verkürzen, so der Fahrgastverband.

In Kürze steht die Ausschreibung des Wettbewerbsnetzes "Ost-West" mit dem Start 2015 bevor. Der Fahrgastverband Pro Bahn spricht sich vor diesem Hintergrund dafür aus, in dem Ausschreibungsverfahren auch die optionale Abfrage der Verbindung Schwerin-Lübeck zu verankern. "Ein Verzicht auf eine optionale Abfrage wäre als Desinteresse an einem attraktiven Bahnverkehr in Nordwestmecklenburg zu werten", verdeutlicht Marcel Drews vom Pro Bahn-Landesverband MV. Auch Stefan Barkleit, der Landesvorsitzende Schleswig-Holsteins, plädiert für die optionale Abfrage, damit im günstigsten Fall ab 2015 direkte Regionalzüge zwischen Lübeck und Schwerin fahren könnten. Die Kosten des geforderten Lückenschlusses beziffert der Fahrgastverband Pro Bahn auf etwa 18 Millionen Euro und beruft sich dabei auch auf eine Schätzung des Verkehrsministeriums MV.

Die Neubaustrecke war auch Thema in der jüngsten Stadtvertretersitzung in der Klosterstadt. In der teils kontrovers geführten Diskussion revidierte Stadtvertreter Matthias Maack für sich den Beschluss von 2009 zum Ausbau der Strecke: "Wir waren damals neu und sind irgendwie mit der Thematik ein wenig überrumpelt worden." Er glaube nicht an den Lückenschluss. Gäste der Stadtvertretung kritisierten Maack: "Ihnen fehlt es an Zukunftsvisionen."

Auf Anfrage der Verwaltung des Amtes Rehna reagierte jetzt das Verkehrsministerium in Schwerin. Wie Amtschef Hans Martin Buschhart der Stadtvertretung mitteilte, signalisierte das Ministerium, dass es wünschenswert sei, "die Strecke auf längere Sicht zu bauen". Fest stehe hingegen, dass die Altanlage bis 2013 einer Modernisierung unterzogen werde. Laut Buschhart gehört dazu: "Der Ausbau des Abschnittes Gadebusch-Rehna auf 100 Stundenkilometer, ausgenommen der Abschnitt Holdorf (bleibt 60 km/h) und in behindertengerechter Ausstattung des Bahnsteiges."

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