Lübzer Wasser von höchster Qualität

Früher wurde die zentrale Wasserversorgung über den Wasserturm abgesichert.  Fotos: ilja baatz
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Früher wurde die zentrale Wasserversorgung über den Wasserturm abgesichert. Fotos: ilja baatz

Sanierung der Speicherbehälter für wichtigstes Lebensmittel nach drei Jahren abgeschlossen / Stadtwerke planen 2015 Bohrung neuer Brunnen

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04. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Nach drei Jahren Bau- und Planungszeit ist die Sanierung der beiden Reinwasserbehälter in Riederfelde samt der Verrohrung abgeschlossen. Aus den jeweils 900 Kubikmeter großen Speichern werden die gesamte Stadt, ihre Ortsteile, Gischow und Lutheran mit Trinkwasser versorgt. Bereitgehalten wird in ihnen außerdem eine Feuerlöschreserve. Um höhere Ausgaben durch sich schnell von allein vergrößernde Schäden zu vermeiden, hatten sich die Lübzer Stadtwerke als Versorger zu der rund 470 000 Euro umfassenden Investition entschlossen, als sich erste Risse im Innenputz der 1979 gebauten Behälter zeigten.

Die Menge in einem Becken reicht aus, um den Gesamtbedarf eines Tages zu decken. „Sie entspricht damit der in anderen Städten. Im Vergleich zu DDR-Zeiten ist dies allerdings nur noch rund ein Drittel“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Dobbertin. Vor der Wende habe der Preis zwischen 12 und 45 Pfennig pro Kubikmeter gelegen, heute kosten 1000 Liter 1,21 Euro – so viel wie zwei (!) Flaschen im Laden gekauftes Mineralwasser (1,4 Liter). Pro Einwohner kalkuliert man heute eine Jahresmenge von etwa 35 Kubikmetern ein (gut 100 Liter täglich).

Immer nachts wird das Wasser mit vier zwischen 60 und 100 Kubikmeter pro Stunde fördernden Pumpen aus der Stadt nach Riederfelde gebracht. Der Höhenunterschied zwischen dem Ortsteil und der Stadt von etwa 56 Metern reicht aus, maschinell keinen zusätzlichen Druck erzeugen zu müssen, damit es in jeder Wohnung ankommt, was für Mecklenburg eher ungewöhnlich ist. Zur Ausstattung neuer Autos – oft fahrende Computer – gehört mittlerweile vielfach unter anderem auch ein Höhenmesser, der den Insassen die landschaftliche Veränderung anzeigt. Einen Anstieg bemerkt man auf der Fahrt von Lübz nach Riederfelde auch ohne die Technik, doch seine auf der kurzen Strecke gemessene und abzulesende Stärke ist erstaunlich.

Die vier älteren, momentan genutzten Brunnen sind bis zu 120 Meter tief gebohrt, die Filter, durch die das Wasser eindringt, liegen zwischen 60 und 80 Meter. „Fest steht: Unser Wasser ist sehr gut“, sagt Dobbertin. Eine Einschätzung, die besonders auch für ein Unternehmen wie die Brauerei wichtig ist, welche Wasser als entscheidenden Rohstoff nutzt. Bei einem hiesigen Härtegrad von 12 (mittel) liegen sowohl der pH- als auch der Nitrat-Gehalt mit 6,8 beziehungsweise 0,86 weit unter den Richtwerten (7,5 bis 9,5 und 80). Bei Pflanzenschutzmitteln darf eine Menge von 0,0001 nicht überschritten werden. Lübz kann hinter dem Komma eine Null mehr präsentieren. Der größte Teil an Eisen und Mangan wird herausgefiltert. Ein Teil müsse jedoch bleiben, weil das Wasser sonst seinen Geschmack verliere und der Körper bei seinem Verzehr keine Minerale erhalte. Neben ständiger Überwachung des wichtigsten Lebensmittels etwa auch durch den Landkreis gibt es einmal jährlich eine Vollanalyse. Alle dabei ermittelten Werte kann man im Internet auf der Homepage der Stadtwerke unter www.stadtwerke-luebz.de nachlesen.

Im Investitionsplan der Stadtwerke für 2015 ist vorgesehen, neue Brunnen zu bohren. Wegen des viel höhreren Verbrauchs haben sie vor der Wende höchstens 15 Jahre gehalten.

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