Verwaiste Geschäfte in der Kreisstadt : Ludwigslusts leere Läden

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"Mehr als die zwei Magistralen in der Schlossstraße und in der Lindenstraße verträgt eine Stadt wie Ludwigslust mit ihren 12 500 Einwohnern aber nicht", sagte der Unternehmensberater Martin Schramm vor wenigen Tagen.

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04. Februar 2011, 07:07 Uhr

Ludwigslust | Kleine schmucke Boutiquen, dazwischen ein Bäcker, mehrere Restaurants, Eisdiele, Friseur und Fachgeschäfte. Das ist ein bunter Mix aus gastronomischen Einrichtungen und Einzelhandel. Die Schlossstraße ist eine dieser lebendigen Einkaufsstraßen, wie sie einer Kleinstadt wie Ludwigslust gut zu Gesicht steht. Auch das Lindencenter funktioniert, die Lindenstraße ebenso. "Mehr als die zwei Magistralen in der Schlossstraße und in der Lindenstraße verträgt eine Stadt wie Ludwigslust mit ihren 12 500 Einwohnern aber nicht", sagte der Unternehmensberater Martin Schramm vor wenigen Tagen im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit 60 Geschäftsleuten und Stadtvertretern. Mit dieser Einschätzung hat der Mann, der das Ludwigsluster Zentrenkonzept entwickelte, wohl recht, denn auch der Leerstand in Ludwigslust ist nicht zu übersehen.

Schweriner Straße: Wenig Geschäfte, viel Verkehr und noch mehr leere Ladenlokale. Der Bäcker hat dicht, das Schuhgeschäft ist geschlossen, den Ottoversand gibts auch schon lange nicht mehr. Jetzt hat dort auch noch der Rostocker Hof zu gemacht. Wieder ein gastronomischer Betrieb, der in Ludwigslust seine Pforten schließt. Schon die Piranha-Bar in der Kanalstraße hat die Zapfhähne zugedreht, im Mecklenburger Hof klebt seit Anfang des Jahres ein Schild in der Tür mit dem Aufdruck "Geschlossen". Auch in der Schweriner Straße 11 sind die Türen zu. "Zu vermieten" steht auf dem Zettel, dazu eine Rufnummer. Wer sie wählt, hat den Hausbesitzer an der Strippe. Seit 2009, als der Computer-Laden schloss, sucht er einen Nachmieter. "Gemeldet hat sich niemand", sagt er. Die Hoffnung, dass noch irgendwer anruft, sich einmietet und eine Geschäftsidee verwirklicht, hat der Hauseigentümer aufgegeben. "Wenn das mit der Finanzierung klappt, werde ich daraus Wohnraum machen", sagt der Besitzer des Hauses.

Auf einen Nachmieter wartet auch Walter Stock. Sein Haus steht an der Ecke Seminarstraße/Lindenstraße, das Geschäft parterre steht seit dem Auszug eines Modegeschäftes seit April vergangenen Jahres leer. "Früher haben sich diese 108 Quadratmeter sehr gut vermieten lassen, jetzt gibt es kaum Anfragen", sagt Stock, der sich auch vorstellen könne, dass dort ein Büro entsteht.

Dienstleistungsangebote - das ist auch für Bürgermeister Reinhard Mach ein probates Mittel, um Leerflächen neu zu vermarkten: "Auch Wohnraum zu schaffen, sich dafür Baugenehmigungen einzuholen, wäre eine Möglichkeit, wenn der Eigentümer eine Refinanzierung seiner Aufwendungen anstrebt."

Keinesfalls leer stehen wird in Zukunft das große Nessler-Kaufhaus. Gerüchte, dass dieses Geschäft schließen werde, räumte Geschäftsleiterin Susanne Lang auf Anfrage der SVZ aus: "Wir sind sehr zufrieden mit dem Standort Ludwigslust, und eine Schließung steht absolut nicht zur Debatte."

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