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Tatverdacht gegen Sohn : Zweite Obduktion, um Tod zu klären

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Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt seit Montag gegen einen 54-jährigen aus Kolbow wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Eine zweite Opduktion soll die exakte Todesursache offen legen.

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2012 | 12:56 Uhr

Schwerin/Kolbow | Die Staatsanwaltschaft Schwerin ermittelt seit Montag gegen einen 54-jährigen Einwohner aus Kolbow wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek informiert zum derzeitigen Ermittlungsstand, dass die Strafverfolgungsbehörde davon ausgehe, dass der Mann aus dem Ort in der Gemeinde Ziersow möglicherweise die Schuld am Tod seiner 76-jährigen, schwer erkrankten Mutter trage. Die pflegebedürftige Frau, so der Verdacht, könnte aufgrund des unsachgemäßen Befeuerns eines Ofens durch ihren Sohn in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag an einer Rauchgasvergiftung ums Leben gekommen sein. Der Verdächtige wurde nicht in Gewahrsam genommen.

Die Ermittlungen zielen derzeit auf diesen strafrechtlichen Tatverlauf ab, erklärte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. Ob es sich bei dem nächtlichen Schwelbrand in Kolbow um eine Verkettung unglücklicher Umstände oder tatsächlich um ein wie auch immer geartetes Tötungsdelikt handle, dazu könne die Staatsanwaltschaft erst in den kommenden Tagen eine exakte Aussage treffen. Eine Obduktion der Verstorbenen sei mittlerweile erfolgt. Allerdings, so Urbanek, müsse noch eine zusätzliche Untersuchung erfolgen, um die exakte Todesursache offen zulegen. Durchaus bleibe zudem auch die nicht-kriminaltechnische Option offen, dass die Verstorbene aufgrund ihrer Erkrankung gestorben sei. Noch ist alles offen.

Für die Staatsanwaltschaft ergibt sich bislang folgender Ablauf: Der beschuldigte Sohn lebte mit seiner Mutter und deren Lebensgefährten unter einem Dach. In der Brandnacht war der Lebensgefährte allerdings nicht anwesend, da er wegen eines schweren gesundheitlichen Leidens in einer Klinik therapiert wurde. Mutter und Sohn verbrachten den Abend gemeinsam. Der Verdächtige beschloss, ein Feuer in einem Ofen anzufachen. Seine kranke Mutter hielt sich im Nebenzimmer auf. Allerdings soll der Sohn dann irgendwann am Abend oder in der Nacht vergessen haben, die Ofenklappe so zu verschließen, dass Brandrauch und Glut-stücke keinen Schaden anrichten konnten. Wieso die Ofenklappe nicht ordnungsgemäß geschlossen wurde, das interessiert die Staatsanwaltschaft brennend. Auch wie lange es dauerte, bis der Sohn den Schwelbrand bemerkte, der durch herausgefallene Glut möglich wurde, bedarf für die Ermittler einer Klärung. Diese Folgen waren so möglicherweise für das im Nebenzimmer schlafende Opfer tödlich.

Als Tatsache wird hingegen angenommen, dass der wegen fahrlässiger Tötung beschuldigte Sohn das Feuer selbst gelöscht und anschließend um Hilfe gerufen hat. Zu diesem Zeitpunkt habe der Sohn bereits bewusst angenommen, dass seine Mutter tot gewesen sei, so die Information aus der Staatsanwaltschaft. Bei der Integrierten Leitstelle Schwerin sei kein entsprechender Feueralarm eingegangen, und auch die örtlich Feuerwehr wurde nicht zu Hilfe gerufen.

Wie die SVZ erfuhr, habe der Beschuldigte zu nächtlicher Stunde das Wohnhaus verlassen und draußen laut rufend verkündet, dass seine Mutter tot sei. Er soll dann zu einer ihm bekannten Pflegeeinrichtung gefahren sein, um dort Hilfe zu erhalten. Die Mutter mit ihrem schwer kranken Lebensgefährten und dem nun beschuldigten 54-jährigen Sohn lebten eher unauffällig in dem Dorf in der Gemeinde Ziersow, war von offizieller gemeindlicher Seite zu erfahren. Die gesundheitlichen Leiden hielten den Lebensalltag des Trios in überschaubaren Grenzen. Ein Nachbar kam der Gemeinschaft einmal die Woche zu Hilfe, und hatte die nun zu Tode gekommene Rentnerin im Auto mit zum Einkaufen genommen.

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