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Rastow/Ratzeburg : Zwei Wölfe auf Wanderschaft von Autos überfahren

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Die Wölfe aus dem Mecklenburger Elbtal dehnen ihr Revier offenbar nach Norden aus. Zwei von ihnen starben auf Straßen in Norddeutschland. Und das in Regionen, die nicht zu den bekannten Wolfsrevieren zählen.

svz.de von
erstellt am 06.Mär.2017 | 11:23 Uhr

Gleich zwei Wölfe sind in Norddeutschland zu Wochenbeginn von Autos erfasst und getötet worden. Am frühen Montagmorgen wurde ein Wolf auf der Autobahn 24 von einem Kleintransporter erfasst. Kurz davor war in der Nähe von Ratzeburg (Schleswig-Holstein) ebenfalls ein Wolf überfahren worden. Er war laut Polizeiangaben auf die Fahrbahn gelaufen und von einem Pkw angefahren worden. Der Fahrer blieb unverletzt.

Die Kollision auf der A 24 ereignete sich wenige Kilometer westlich des Autobahnkreuzes Schwerin in Höhe der Ortschaft Rastow, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Unfallort liegt etwa 20 Kilometer von dem früheren Truppenübungsplatz Lübtheener Heide entfernt, auf dem sich 2014 ein Wolfsrudel angesiedelt hatte. Nördlich der A 24 hatte es bislang kaum Hinweise auf Wölfe gegeben.

Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums in Schwerin sagte, sollten beide Tierkadaver im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin untersucht werden. Dabei solle mit Hilfe von Genanalysen die Herkunft der Tiere geklärt werden. Vieles spreche bislang dafür, dass die getöteten Wölfe dem Rudel entstammen, das seit etwa vier Jahren in der Lübtheener Heide südlich von Ludwigslust heimisch ist. Eine Gruppe hatte sich bereits abgespalten und sich einige Kilometer östlich, in der Kalißer Heide angesiedelt.

Schon im August vorigen Jahres war auf der A 24 unweit der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ein Wolf angefahren und getötet worden. Das ausgewachsene Tier hatte die Autobahn zwischen Wittstock und Suckow überqueren wollen. Neben der Lübtheener Heide gelten auch die Uckermark und die Kyritz-Ruppiner Heide zu den Regionen, in denen immer wieder Wölfe gesichtet werden. 

Aus Polen kommend hat das Raubtier seit dem Jahr 2000 den gesamten Osten Deutschlands und Niedersachsen besiedelt. Die Zahl der Wolfsrudel stieg nach Expertenangaben von 31 im Jahr 2015 auf knapp 50 im Jahr 2016. Dazu kommen etliche Wolfspaare und Einzeltiere.

Die Rückkehr des einst in Deutschland ausgerotteten Wolfes führt zunehmend auch zu Konflikten mit Landwirten und Jägern. Nach Angaben des Schweriner Agrarministeriums wurden 2016 bei 14 Attacken mindestens 72 Nutztiere getötet, meist Schafe. Das war eine Zunahme von fast 50 Prozent zum Vorjahr. Tierhalter fordern daher eine Regulierung der ständig wachsenden Bestände. Doch gilt der Wolf als streng geschützte Art und darf daher nicht gejagt werden. Mitte Dezember war dennoch in der Nähe der Gemeinde Woosmer (Kreis Ludwigslust-Parchim) ein mit einem Peilsender ausgestatteter Jungwolf aus der Lübtheener Heide geschossen worden. Vom Schützen fehlt bislang jede Spur.

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