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Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 05:44 Uhr

Ludwigslust : Zweckverband plant höhere Gebühr

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Entsorgung aus Kleinkläranlagen im ZkWAL soll teurer werden / Bürgermeister sauer / Verbandsversammlung berät kommende Woche

svz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 20:30 Uhr

Der Zweckverband kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Ludwigslust (ZkWAL) plant für die dezentrale Schmutzwasserentsorgung ab 1. Januar eine Preiserhöhung. Dies soll in der Verbandsversammlung am 14. Dezember beschlossen werden. Die Grundgebühr soll um 50 Prozent von 48 auf 72 Euro erhöht werden. Die Entsorgungsgebühr sogar um 74 Prozent, von 23,81 Euro pro Kubikmeter auf 41,40 Euro. Zum Vergleich: Im Wasser- und Abwasserzweckverband Parchim-Lübz werden eine Abholgebühr von 37,44 Euro pro Grundstück fällig, die Mengengebühr beträgt 9,69 Euro pro Kubikmeter. Die an das zentrale Netz angeschlossenen Nutzer sollen hingegen keine Beitragserhöhung erfahren.

Der ZkWAL hat sich aus Sicht von Helmut Seyer, Bürgermeister von Göhlen, für den Weg der Kostenbelastung der Schwächeren entschieden. „Wesentlicher neuer Faktor in der aktuellen Kalkulation sind die Vorhaltekosten. Nehmen wir zum Beispiel die Kläranlage Neu Kaliß. Die Kapazitätsvorhaltung für Kleinkläranlagen beträgt dort 14 940 Kubikmeter. Die Anlieferung 2014 betrug gerade einmal 1949 Kubikmeter, Tendenz weiter fallend“, rechnet Seyer vor. Diese Fehlplanung der Geschäftsführung sollten nun die dezentralen Nutzer zahlen. Seyer befürchtet einen weiter steigenden Trend zum zentralen Anschluss. Rund 68 Prozent der Nutzer seien bereits der zentralen Schmutzwasserbeseitigung angeschlossen.

Technische Neuerungen, wie Bioanlagen, sorgen zusätzlich für einen weiteren Rückgang der Anlieferungen aus dem dezentralen Bereich. „Die Spanne zwischen tatsächlicher Anlieferung und Vorhaltung wird sich also weiter vergrößern. Dies bedeutet nach der aktuellen Kalkulationsgrundlage erhebliche Preissteigerungen auch in den nächsten Jahren für die dezentralen Nutzer“, sagt der Göhlener Bürgermeister. Umweltfreundliche Investitionen, die geringere Abfuhrmengen bewirkten, würden damit zusätzlich bestraft. „Die Bürger von Göhlen und anderer Gemeinden haben sich in demokratischer Abstimmung für die dezentrale Lösung entschieden und entsprechend investiert. Soll mit dieser Art der Kalkulation langfristig ein zwangsweiser Anschluss an die zentrale Entsorgung aus Kostengründen erreicht werden?“ Helmut Seyer ist sauer – und er sieht sich nicht allein, aber in der Minderheit, was die Sitzverteilung in der Verbandsversammlung betrifft.
„Es gilt abzuwarten, ob sich die Vertreter der zentralen Nutzer bei der Abstimmung in der Verbandsversammlung mit den dezentralen Entsorgern solidarisch erklären“, ist er gespannt.

Andere Preiskalkulationen seien möglich. Eine Lösung nach dem Verursacherprinzip wäre laut Seyer eine gute Möglichkeit. Da eine gütliche Einigung bisher nicht möglich war, wird er auf der Versammlung am 14. Dezember den Antrag stellen, die entsprechende Beschlussvorlage von der Tagesordnung zu nehmen, eine neue, fairere Kalkulation zu erstellen und in einer späteren Versammlung darüber abzustimmen.

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