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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 06:54 Uhr

Kaliss : Zwangsanschluss mit Polizeihilfe

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nach erstem Versuch im April kommt der Zweckverband mit Unterstützung der Ordnungsmacht zurück und setzt sein Anliegen durch

von
erstellt am 15.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Schon vor sieben Uhr am gestrigen Morgen ist es mit der Dorfruhe in Kaliß vorbei. Ein Polizeiwagen steht quer auf der Zufahrt zum Wendenplatz. Beamte kontrollieren jeden, der hindurch will. Andere Beamte haben sich gemeinsam mit Vertretern des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Ludwigslust (ZkWAL) auf ein Grundstück begeben, um den Besitzern anzukündigen, dass nunmehr der Zwangsanschluss an die Kanalisation vollzogen werde. Beamte des Anti-Konflikt-Teams der Polizei sind dabei, um Emotionen gar nicht erst hochkochen zu lassen. Denn alle Beteiligten erinnern sich noch gut an den 9. April, als der erste Versuch startete, den Zwangsanschluss des Grundstückes zu vollziehen.

Damals hatte massiver Widerstand zum vorläufigen Abbruch der Aktion geführt. Diesmal ist man von vornherein auf Widerstand eingestellt. Ein Vertreter des Landkreises ist vor Ort, der beaufsichtigt, dass ein alter Baum nicht beschädigt wird. Die Polizei hat ein Großaufgebot an Beamten vor Ort. Dass die Vorkehrungen nicht übertrieben sind, soll sich schon bald zeigen. Etwa eine Stunde nach Beginn der Aktion treffen die inzwischen benachrichtigten Sympathisanten der Grundstücksbesitzer ein. Die Polizeibeamten sorgen dafür, dass sie gar nicht erst bis zum Ort des Geschehens vordringen können. Der Einsatzleiter, Erster Polizeihauptkommissar Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust, dirigiert die Kräfte so, dass die Lage jederzeit im Griff bleibt.

Unterdessen herrscht auf dem Grundstück rege Betriebsamkeit. Zwei Minibagger fressen sich von zwei Seiten in die Erde. Der Anschlussstutzen an der Grundstücksgrenze wird freigelegt und mit der Rohrleitung hin zum Wohnhaus verbunden. Professionell gehen die Männer zu Werke. Die Aktion soll möglichst schnell beendet werden. Gegen 10.30 Uhr schließlich, nach dreieinhalb Stunden, ist die Arbeit geschafft. Für den Zweckverband ist damit ein wichtiger Nerv beruhigt, der seine Glaubwürdigkeit betrifft. „Wir können nicht zulassen, dass 99 Prozent der Bürger ordnungsgemäß ihrer Anschlusspflicht nachkommen und einige wenige glauben, für sie gilt das nicht“, unterstreicht Verbandsgeschäftsführer Stefan Lange vor Ort.

Auch einige wenige Dorfbewohner, die vorbeischauen, um zu sehen, was es hier gibt, äußern sich positiv. „Gleiches Recht für alle!“, heißt es. Einer erzählt, wie bequem es mit dem zentralen Abwasseranschluss nun sei. Und auch mit den Kosten könne man leben. Für den Zweckverband ist die Aktion vom gestrigen Mittwoch ein Signal in Richtung der Gemeinde Wöbbelin. Auch dort stehen die Grundstücksanschlüsse gerade an, und auch dort gibt es Widerstand von einigen Grundstücksbesitzern.

 

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