Frühjahrsdeichschau Dömitz : Zustand der Deiche ist sehr gut

StALU-Mitarbeiter Helmut Manthey (r.) erklärt der Schaukommission die Lage am Brodaer Deich.
StALU-Mitarbeiter Helmut Manthey (r.) erklärt der Schaukommission die Lage am Brodaer Deich.

Mitglieder der Schaukommission waren im Bereich Dömitz unterwegs / Neue Hochwasserschutzanlage in Heiddorf als Höhepunkt

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26. Mai 2017, 07:00 Uhr

Bei strahlendem Sonnenschein setzt sich die Autokolonne am Bauhof des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Westmecklenburg in Dömitz in Bewegung. Grund: Die alljährliche Frühjahrsdeichschau im Schaubezirk Dömitz. Regelmäßig müssen die Deiche und anderen Hochwasserschutzbauwerke auf ihren ordnungsgemäßen Zustand überprüft werden.

Der erste Haltepunkt auf der knapp 60 Kilometer langen Tour ist der Brodaer Deich. Wagentüren der zahlreichen Autos klappen und etwa 55 Leute treffen sich am Brodaer Deichsiel, um die Bewertung von Helmut Manthey zu hören. Er ist beim StALU zuständig für den staatlichen Wasserbau und die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien im Bereich Dömitz. „Aufgrund des neuen Bemessungsabflusses der Elbe, festgelegt von der Bundesanstalt für Gewässerkunde, sind Erhöhungen der Deiche oder Umbauarbeiten notwenig“, erklärte Manthey der Schaukommission.

Das StALU veranlasste im vergangenen Jahr eine Analyse der Deiche, um dem neuen Bemessungsabfluss künftig gerecht werden zu können. „Der Brodaer Deich und der Rüterberger Deich weisen Defizite auf. Wir beginnen zeitnah mit der Planung der notwendigen Maßnahmen, haben uns allerdings noch nicht für eine Variante entscheiden“, fügt Frank Müller hinzu, Abteilungsleiter für Naturschutz, Wasser und Boden beim StALU. Denkbar ist auch eine Deichrückverlegung, um den Eingriff in die Natur gering zu halten.

Die Deichschau führte die Schaukommission, darunter Vertreter von Landesbehörden, des Landkreises, von Kommunen im Schaubereich, der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks, der Wasserschutzpolizei, der Feuerwehr, der Wasser- und Bodenverbände, des Wasser- und Schifffahrtsamtes sowie Verantwortungsträger aus Brandenburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, von Rüterberg weiter zum Wehr Wehningen und über den Mühlendeich und Roggenfelder Deich bis nach Heiddorf.

Hier befand sich für die meisten Teilnehmer der Höhepunkt der Deichschau – eine rund 960 Meter lange Stahl-Spundwand, die erst in der vergangenen Woche offiziell übergeben wurde. Der neue Hochwasserschutz wurde innerhalb von 15 Monaten errichtet und ist 44 Zentimeter höher als der Rekordpegel des Hochwassers 2013. „Wir haben mit den Gemeinden, besonders mit Heiddorf, sehr gut zusammen gearbeitet und konnten die Spundwand nur deshalb in Rekordzeit errichten“, erklärt Frank Müller.

Von Heiddorf führte die Deichschau für eine erste Zwischenauswertung in das Forstamt nach Kaliß und wieder zurück nach Dömitz. Nach knapp sechs Stunden war die Frühjahrsdeichschau vorbei. „Abschließend können wir sagen, dass die Deiche in einem sehr guten Zustand sind. Das ist leider nicht selbstverständlich, da ist viel Pflege notwenig. Deshalb müssen wir diese Kontrollen regelmäßig durchführen“, erklärt Frank Müller. Im Herbst findet bereits die nächste Deichschau statt.

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