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Ludwigsluster Tageblatt

11. Dezember 2017 | 11:06 Uhr

ludwigslust : Zuschuss für Zebef nicht kürzen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Finanzausschuss der Stadt Ludwigslust zum Haushalt 2016: Mehrgenerationenhaus soll weiterhin 220 000 Euro als Zuweisung erhalten

Beeindruckende Zahlen, die den Mitgliedern des Finanzausschusses der Stadt Ludwigslust bei ihrer Sitzung im Zebef per Power-Point-Präsentation von Geschäftsführer Fabian Vogel vorgestellt wurden. 47  000 Besucher kommen jährlich ins Mehrgenerationenhaus Zebef, davon sind 70 Prozent aus Ludwigslust. Mehr als 100 Angebotsstunden stehen in der Woche zu Buche. Zehn pädagogische Mitarbeiter, zehn Praktikanten und 15 Betreuer sowie mehrere Ehrenamtler betreuen die Kinder und Jugendlichen im Zebef und in den dazugehörigen Einrichtungen wie Jugendclub, Kinder- und Jugendwerkstatt sowie Ferienlager in Alt Jabel.

Das koste – wie auch viele andere freiwillige Leistungen – eben auch viel Geld. „Zehn Prozent des Ergebnishaushaltes geben wir als Stadt für freiwillige Leistungen aus“, so Petra Billerbeck, Fachdienstleiterin Finanzen und 1. stellvertretende Bürgermeisterin. Sie spricht von rund zwei Millionen Euro.

Die Haushaltslage der Stadt ist klamm, der Finanzhaushalt weist ein Minus von 800  000 Euro aus. „Da müssen wir ran und versuchen die Summe einzusparen“, so Petra Billerbeck. Deshalb muss bei den Diskussionen zum neuen Haushaltsentwurf genau geschaut werden, wo eingespart werden kann. Im Zebef hatte der Finanzausschuss eben darüber zu beraten. Für die Bereiche Jugend und Familie, Hebesätze und Grundsteuer sowie Sport hatten die Ausschussmitglieder Empfehlungen zur Reduzierung freiwilliger Leistungen abzugeben. Da geht es um solche Posten wie die 66  900 Euro bei den Personalkosten –und eben auch um die 220  000 Euro für das Zebef.

Die Ausschussmitglieder um die Vorsitzende Silvia Hinrichs waren sich einig, hier keine Einschnitte vorzunehmen, um damit Fabian Vogel und seinen Mitarbeitern für die Zukunft Planungssicherheit zu geben. Anders sieht es aber schon bei den so genannten Transferaufwendungen im Haushalt aus, wie die 48  700 Euro Bauplatzförderung für junge Familien. Mit diesen Aufwendungen hatte sich der Finanzausschuss bereits in seiner vorangegangenen Sitzung befasst, auf der Beratung im Zebef ist dieser Posten nun gestrichen worden.

Weiterhin soll es weitere finanzielle Unterstützung für den Jugendaustausch geben (16  200 Euro), für den Jugendrat und die Projektarbeit 4000 Euro, für kulturelle Veranstaltungen, z. B. Städtepartnerschaft, 2300 Euro sowie für den Familienbeirat und für die Jugendarbeit in Glaisin je 500 Euro. Letztlich hat die Stadtvertretung darüber zu entscheiden.

„Wir haben zu viel an freiwilligen Leistungen, wir haben Handlungsbedarf“, so Johannes Löning. „Bei der Diskussion um den neuen Haushalt kann es aber nur ein Miteinander von Verwaltung und Stadtvertretung geben.“

Dass Handlungsbedarf da sei, ist klar, so Petra Billerbeck. „Aber wir reden bei den freiwilligen Leistungen vom Herzstück der Kommunalpolitik, von der ehrenamtlichen Arbeit in den Vereinen und Verbänden, die das Leben einer Stadt prägen. Nun ist es wichtig, Mehrheiten zu finden, in die Fraktionen zu gehen, die Vorschläge zu diskutieren“, ergänzt die Finanzexpertin der Stadt, die es auch für sinnvoll hält, wenn der Bürgermeister mit den Fraktionen spricht. „Aber wir dürfen die Haushaltsdiskussion nicht nur auf die freiwilligen Leistungen beschränken, wir müssen auch auf die Pflichtaufgaben schauen“, erklärt Petra Billerbeck.

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