ludwigslust : Zuschuss für das Fontänenhaus

Das Natureum in Ludwigslust.
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Das Natureum in Ludwigslust.

Stadt Ludwigslust wird der Naturforschenden Gesellschaft für den Betrieb des Natureums am Schloss unter die Arme greifen

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13. März 2014, 07:00 Uhr

Das alte Fontänenhaus am Ludwigsluster Schloss bekommt mehr Beachtung von der Stadtpolitik. Zu verdanken ist das der Fraktion der Linken. Unter „Fontänenhaus“ ist das älteste Ludwigsluster Gebäude nur noch Kennern der Stadtgeschichte bekannt. Im öffentlichen Sprachgebrauch ist es das Natureum, seit 2001 im Besitz der Naturforschenden Gesellschaft West-Mecklenburg. Innerhalb von zwei Jahren haben deren Mitglieder das Haus saniert – mit viel persönlichem Einsatz und Hilfe von außen. Die jährlich nötigen rund 11 000 Euro für den Betrieb des Hauses sind peu à peu zum Problem geworden. Der Verein muss immer wieder Spendenaktionen ins Leben rufen, um das Geld aufzubringen.


Spendenaktionen kosten Forschungszeit


Das kostet viel Zeit, die für die Forschung fehlt. Denn das Natureum hat Bedeutung, die über Stadt und Landkreis hinausgeht. Es ist das einzige Naturmuseum in West-Mecklenburg und besitzt neben einer Ausstellung auch eine wissenschaftliche Sammlung. Hier befindet sich der einzige außerschulische Lernort mit naturwissenschaftlichem Hintergrund im Landkreis Ludwigslust-Parchim. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 14 derartige Einrichtungen, besonders Zooschulen. Die Liste der Vorzüge, die dem Natureum zugeschrieben werden, ist umfangreich. Die Mehrheit der Stadtvertreter hat sie beeindruckt.


Bürgermeister lotet Förderhöhe aus


So ist es nicht verwunderlich, dass die Stadtpolitik der Museumseinrichtung schon bald mehr unter die Arme greifen wird. Die Naturforschende Gesellschaft soll für den Betrieb des Natureums künftig finanzielle Unterstützung erhalten. Bürgermeister Reinhard Mach hat den Auftrag bekommen, bis zur nächsten Sitzung des Finanzausschusses zusammen mit dem Verein auszuloten, wie hoch die Förderung sein könnte. Ab 2015 soll das Natureum dann sogar eine eigene Kostenstelle im Stadthaushalt bekommen.

So harmonisch, wie es sich darstellt, verlief die Diskussion zu diesem Punkt allerdings nicht. Uwe Langmaack von der Fraktion der Alternativen Liste forderte ein generelles Überdenken der Vereinsförderung in der Stadt und eine Gleichbehandlung aller. Man könne nur gleich behandeln, was auch gleich sei, hielt Bürgermeister Reinhard Mach dem entgegen und erinnerte daran, dass die Stadt eine moralische Verpflichtung gegenüber den 68 Mitgliedern der Naturforschenden Gesellschaft habe zu helfen. Auch Stadtvertretungspräsident Helmut Schapper (CDU) nannte die Museumsarbeit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wilfried Romberg (Bündnis 90/Grüne/Ländlicher Raum) wies darauf hin, dass der Verein dem Finanzausschuss nun eine aussagefähige Haushaltsplanung vorlegen müsse.

Wie hoch der städtische Zuschuss für die Naturforschende Gesellschaft am Endee ausfällt, steht also noch zu ermitteln. Nach Vorstellungen des Vereins wären 8000 Euro pro Jahr optimal. Dennoch ist die generelle Frage der Vereinsförderung damit nicht vom Tisch. Angesichts knapper werdender Möglichkeiten der Stadt in den kommenden Jahren wird sie immer wieder auf den Tisch kommen. Wie sehen Sie, liebe Leser, dieses Problem? Sollte gestrichen werden? Oder woanders gespart und den Vereinen zugeschustert werden?

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