Ludwigslust : Zurück an den Verhandlungstisch

Schüler und Eltern der Edith-Stein-Schule kämpfen für den Erhalt der Stiftung. Aufgeben ist für sie keine Option.
Schüler und Eltern der Edith-Stein-Schule kämpfen für den Erhalt der Stiftung. Aufgeben ist für sie keine Option.

Elterninitiative der Edith-Stein-Schule gibt nach Zahlungseinstellung des Erzbistums Hamburg nicht auf und fordert mehr Transparenz

svz.de von
02. Januar 2018, 23:55 Uhr

Sie kämpften jahrelang für den geplanten Neubau der Edith-Stein-Schule in Ludwigslust, veranstalteten Aktionen und sammelten Spenden – und hatten am Ende Erfolg. Durch ein neues Sonderprogramm für Schulbau des Landes soll das Schulgebäude in der Friedrich-Naumann-Allee finanziert werden (SVZ berichtete). Doch kurz vor Weihnachten dann der nächste Schock für Schüler, Lehrer, Erzieher und Eltern: Das Erzbistum Hamburg will ab sofort die jährlichen Zuweisungen an die Bernostiftung einstellen, diese ist Träger der Edith-Stein-Schule und weiterer Schulen in Schwerin und Lübeck. „Das ist einfach eine unfaire Geschichte“, sagte Schulleiterin Marion Löning (kl. Foto) damals. Doch sie, ihre Schüler und Kollegen sowie die Eltern geben die Hoffnung nicht auf.

Die Information über die Einstellung der Leistungen seitens der Erzbistums kam nahezu zeitgleich mit dem Schulvertrag für die neuen Erstklässler für diesen Sommer. „Das kann man als Eltern erstmal kaum glauben“, erklärt Kathrin Weiß-Zierep, deren Kind im Sommer an der Edith-Stein-Schule eingeschult werden soll. Schulleiterin Marion Löning schickte sofort eine E-Mail an alle Kollegen und Eltern, um sie über die neueste Entscheidung zu informieren. „Und da war uns allen schon klar, dass es weitergehen muss. Schließlich wollen unsere Kinder weiter an dieser Schule bleiben“, sagt Christian Nerius, der Teil der Elterninitiative ist und zwei Kinder an der Schule hat.

Nicht nur die Einstellung der Zahlungen ist für die Eltern eine zweite Hiobsbotschaft, nachdem schon der Neubau plötzlich abgesagt wurde. „Vor allem über die Art und Weise und das jahrelange Hinhalten ärgern wir uns sehr“, erklärt Nerius weiter. Außerdem wisse man nie genau, von wem beim Erzbistum Hamburg man Informationen bekommen oder an wen man sich im Notfall wenden könne. Unter den Eltern habe man das Gefühl, dass das Erzbistum die Stiftung und damit auch die Schulen nur hinhalten wolle. „Da fragt man sich, ob das hier alles absichtlich kaputt gehen soll“, sagt Sebastian Meier, dessen Kind die 4. Klasse besucht. In Ludwigslust hat man nun Angst, dass das Erzbistum „die Stiftung am langen Arm verhungern lassen will“.


Sorge um die Zukunft der Kinder

Zu dem Ärger über das Verhalten des Erzbistums kommt vor allem die Sorge über die Zukunft der eigenen Kinder. Eltern neuer Schüler hätten bei der Schulanmeldung bereits eine Alternative zur Edith-Stein-Schule angegeben. „Wo sollen denn all die Kinder hin? Die Schulen sind doch schon überfüllt“, sagt Antje Seitler, deren Zwillinge im Sommer eingeschult werden sollen. An der Edith-Stein-Schule werden aktuell etwa 160 Kinder unterrichtet. Auch sie sind über die neuesten Entwicklungen stets informiert. „Das wurde in der Schule besprochen und es ist natürlich auch zuhause Thema“, so Christian Nerius. Im allmorgendlichen Hoffnungsgebet beten die Schüler, Lehrer und Erzieher nun für das Fortbestehen der Stiftung.

Aufgeben ist keine Option

Doch die Hoffnung alleine kann hier nicht weiterhelfen. „Wir fordern vom Erzbistum, dass sie an den Verhandlungstisch zurückkehren. Sie haben eine massive Verantwortung uns allen gegenüber, und die kann man nicht einfach ablegen“, so Christian Nerius. Außerdem fordert die Elterninitiative zukünftig mehr Transparenz bei allen Vorgängen und Entscheidungen. Und die Eltern bleiben optimistisch. „Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben, aufgeben ist jetzt nicht drin“, sagt Christian Nerius. Auch das große Engagement von Schulleiterin Marion Löning stimmt alle zuversichtlich.

Um ihrer Forderung zum Erhalt der Stiftung Nachdruck zu verleihen, hat die Elterninitiative für Sonntag, 7. Januar, eine Busfahrt nach Hamburg organisiert, zu der alle Schüler und Eltern aufgerufen und eingeladen sind. An diesem Tag findet in Hamburg eine Heilige Messe anlässlich des Jubiläums des Erzbistums statt.

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