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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 20:20 Uhr

Dömitz : Zur ersten Pfarrstelle an die Elbe

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Inga Millon ist neue Pastorin für die Kirchengemeinden Dömitz und Neu Kaliß / „Ich möchte, dass die Menschen mehr zusammenkommen“

von
erstellt am 28.Mär.2017 | 07:00 Uhr

In die Wiege gelegt wurde Inga Millon ihr Beruf nicht. Ganz im Gegenteil. Sie wuchs areligiös auf. Doch jetzt hat die 29-Jährige nach Studium und Vikariat ihre erste Pfarrstelle angetreten. Sie ist die neue Pastorin der Kirchengemeinden Dömitz und Neu Kaliß. Am Anfang dieses Weges stand ein Schülerpraktikum in der elften Klasse.

Das Praktikum hatte Inga Millon beim Pastor in Damgarten gemacht. „Ich habe viel mit Gemeindemitgliedern gesprochen und erlebt, wie dort die Gemeinschaft gelebt wird“, erzählt die 29-Jährige. „Da entwickelte sich das Gefühl, dazugehören zu wollen.“ Sie entschied sich für ein Theologiestudium in Rostock – allerdings auch noch ohne ausgeprägten Wunsch, Pastorin zu werden. „Ich wollte mehr über Religion erfahren und dachte ohnehin, dass Pastoren aus Pastorenfamilien kommen müssen.“ Doch je länger das Studium dauerte, umso klarer wurde es Inga Millon, dass sie tatsächlich Pastorin werden möchte. „Die Möglichkeit, den Menschen von Gott erzählen zu können, ist mir sehr wichtig“, sagt die junge Frau, die sich mit 18 Jahren taufen ließ. „Und es ist ein unheimlicher Schatz, dass die Menschen mir viel von sich und ihrem Leben erzählen.“

Inga Millon hat sich ihre Kirchengemeinden nicht ausgesucht, sie wurde – wie bei der ersten Pfarrstelle üblich – entsendet. Aber sie ist froh, jetzt an der Elbe zu sein. „Hier herrscht eine gewisse Aufbruchstimmung, die hoffentlich noch eine Weile anhält“, sagt Inga Millon mit Blick auf die Veränderungen in den Kirchengemeinden. Nachdem der Dömitzer Pastor Markus Hasenpusch und die Kalisser Pastorin Constanze Schröder im Vorjahr gegangen waren, haben die beiden Gemeinden als Pfarrsprengel nun eine gemeinsame Pastorin. Auch die Kirchengemeinderatswahlen führten zu Veränderungen. „Aber die Zusammensetzung ist gut. Viele Berufsgruppen, Jüngere und Ältere, erfahrene Kirchengemeinderatsmitglieder und neue“, so die Pastorin, die nach eigener Aussage keine Kopie ihrer Vorgänger sein, sondern eigene Akzente setzen möchte.

„Ich werde nicht gleich ganz viel verändern“, sagt Inga Millon. „Aber gemeinsam mit den Kirchengemeinderäten wollen wir schon darüber nachdenken, welche bisherigen Angebote noch sinnvoll sind, welche wir noch brauchen und welche neuen man entwickeln kann.“ Dabei könne sie sich gut vorstellen, stärker in Projekten und Events zu arbeiten, anstatt gleich einen regelmäßigen Kreis zu etablieren. Eine neue Gruppe ist aber schon geplant – ein Kinderchor. Das erste Treffen findet am 24. April, 16 Uhr, in der Kalisser Kirche statt. Musik sei für sie und für ihre Arbeit sehr wichtig.

Inga Millon, die in Gelbensande bei Rostock aufwuchs, möchte noch mehr Kinder und Jugendliche ansprechen und die Gruppe der 30- bis 60-Jährigen. „Ich möchte, dass die Menschen ein bisschen mehr zusammenkommen, sich treffen und nicht jeder isoliert zu Hause sitzt“, so die Mutter zweier Mädchen (drei und fünf Jahre). Und zwar unabhängig von einer Kirchenzugehörigkeit. „Ich verstehe mich als Pastorin für die Ortschaften und nicht nur für die Menschen, die Kirchensteuer bezahlen.“ Das gelte auch für ihre seelsorgerische Arbeit.

Für ihre Predigten hat sich Inga Millon eines vorgenommen: „Wenn ich predige, verschanze ich mich nicht hinter theologischen Phrasen. Ich sage, wie ich es sehe, in einer Sprache, die die Menschen auch verstehen.“ Bei ihrem Einführungsgottesdienst in der voll besetzten Dömitzer Kirche hat die 29-Jährige damit offenbar schon beeindruckt. „Es gab Beifall, das habe ich in einem Gottesdienst auch noch nicht erlebt“, sagt Dömitz’ Bürgermeister Helmut Bode.

 

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