Dömitz : „Zum Leben in Dömitz verführen“

Das Dömitzer Kaufhaus gilt als das Symbol für die infrastrukturellen Probleme in der historischen Stadt.  Fotos: Harald Schulz
Das Dömitzer Kaufhaus gilt als das Symbol für die infrastrukturellen Probleme in der historischen Stadt. Fotos: Harald Schulz

Über das Beleben von ländlichem Raum in MV sprach Dr. Rolf Schmidt von der „Mecklenburger AnStiftung“ in der Elbestadt

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10. März 2015, 09:28 Uhr

Der Vortrag „Dömitz und die Lust zu bleiben“ hatte eine grundsätzlich positive Wirkung bei den Zuhörern aus Dömitz und angrenzenden Dörfern. Der Schweriner Dr. Rolf Schmidt zielte Montagabend im Dömitzer Treffpunkt „martins Musikcafé“ darauf ab, bei den Dömitzer Einwohnern Lust auf Veränderung und neue Mitmenschen zu wecken. Überall dort, wo der Lauf der Zeit an dem sozial-kulturellen Gemeinschaftsgefüge eines Städtchens oder Dorfes in Mecklenburg-Vorpommern nagt, will die „Mecklenburger AnStiftung“ gegen Abwanderung und für Zuwanderung motivieren. Schmidt ist einer dieser Protagonisten. Der Multiplikator für mehr Erlebenswertes sprach auf Einladung der Dömitzer Initiative „Leben und Kultur“ (LuK) in dem Lokal im Herzen der Festungsstadt.

Schmidt ist auch Mitstreiter der „Denkwerkstatt Bürger.Innen.Land MV“. Die Vereinigung ist ein in 2012 gegründeter Zusammenschluss von Experten und Aktiven in MV, die Potenziale und Herausforderungen für bürgerschaftliches Engagement aufzeigen.

„Wenngleich die Abwanderung von Menschen aus einer Region oder Stadt wie Dömitz nicht generell zu stoppen ist, so darf nicht zugelassen werden, dass Politik derartige Infrastrukturen komplett herunterredet“, forderte der Mitbegründer der seit zehn Jahren bestehenden Stiftung. Schmidt stellte fest, „Landkreise zerstören strukturelle Identitäten durch Funktionsverlust“. Zu diesen zentralen Verlusten gehörten Bahnhöfe, Märkte, Schlachthöfe und das kulturelle Angebot sowie Arbeitsplatzangebote. Wichtig für das nach außen hin wirkende neue Lebensgefühl „Hier will ich leben“, so Schmidt, wäre Lebenslust auf Natur, Freizeit und Ästhetik im Angebot zu besitzen. So hätten beispielsweise viele Aktionen in 2012 dazu geführt, dass das „Wittenburger Projekt“ dank unterschiedlichster Betrachtungsweisen auf das Leben in der Kleinstadt eine neue Willkommenskultur mit sich gebracht hätte, informierte Schmidt anhand einiger Beispiele.

Der Kenner von infrastrukturarmen Städten sprach nicht direkt den großen Leerstand, den Verfall von Gebäuden und die Vor- und Nachteile des Denkmalschutzes in Dömitz an, doch er ermunterte die Einwohner, um Zu- und Rückwanderungswillige zu werben. „Abwanderer haben triftige Gründe für ihr Weggehen, die die kommen aber auch. Und die allermeisten bringen Kapital und Investitionswillen mit. Verführen Sie die Menschen nach Dömitz“, forderte Schmidt zur offenen Begegnung mit Neuland-Themen auf. Nach seiner Einschätzung besitzt die historische Stadt mit Elbe und Elbbrücke, Festung, Fritz Reuter, Schulen, Hafen, damit ein Tor ins Herz von MV hinein, ein Potenzial, das mit ausdauernden Engagement mehr Dömitz-Identität ausstrahlen könnte.

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