Dömitz : Zum Geburtstag teilweise verhüllt

Ein Spaziergang zum Geburtstag: Auch Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter des Amtes Dömitz-Malliß waren am Mittwoch dabei.
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Ein Spaziergang zum Geburtstag: Auch Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter des Amtes Dömitz-Malliß waren am Mittwoch dabei.

„Brücke der Einheit“ in Dömitz wurde vor 21 Jahren freigegeben / Sanierungsarbeiten zum Jahrestag

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18. Dezember 2013, 18:57 Uhr

Die Dömitzer Elbbrücke hat in Hans-Dietrich Schrodts Kalender einen festen Platz. Am 18. Dezember eines jeden Jahres geht er über das Bauwerk, das im Zuge der B 191 die Städte Dömitz und Dannenberg verbindet. „Dieser Termin steht unverrückbar fest“, sagt der Pensionär, „und wird auch nicht verschoben.“ Und so ist er auch am Mittwoch wieder da – um den Brückengeburtstag zu feiern. Am 18. Dezember 1992 war die Dömitzer Elbbrücke, auch „Brücke der Einheit“ genannt, für den Verkehr freigegeben worden.

Hans-Dietrich Schrodt hat an ihrer Entstehung großen Anteil. Als Projektleiter auf der Baustelle begleitete er die Arbeiten von der ersten bis zur letzten Minute. Für ihn, der zuvor auch schon mehrere Fähranleger entlang der Elbe gebaut hatte, war die Dömitzer Brücke ein in jeder Hinsicht besonderes Projekt. „Es war die erste große Maßnahme nach der Einheit, die Ost und West verbinden sollte“, erklärt der pensionierte Baufachmann. Und sie wurde in kürzester Zeit – in gerade einmal anderthalb Jahren – realisiert. Zudem war das Interesse an dem 56-Millionen-DM-Projekt groß, manchmal zu groß. „Wir hatten immer viele Schaulustige“, erinnert sich Schrodt. „Die Besucher haben allerdings auch das eine oder andere kaputt gemacht, so dass wir Arbeiten doppelt ausführen mussten.“ Um für Baufreiheit zu sorgen, war auch die Polizei fast ständig vor Ort.

Hans-Dietrich Schrodt und seine Geburtstagstruppe, zu der auch ehemalige Bauüberwacher und Polizisten gehören, sind am Mittwoch nicht die einzigen „Gratulanten“. Zuvor waren schon Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden und Verwaltungsmitarbeiter zum Geburtstagsspaziergang über die Brücke aufgebrochen. „Diese Brücke ist ein Glücksfall für uns“, sagt Jürgen Meyer, Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue. Sie sei für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung an beiden Seiten der Elbe von großer Bedeutung. Und nach Fertigstellung der A 14 stelle sie die Verbindung zum nächstgelegenen Autobahnanschluss dar.

Dömitz’ Bürgermeisterin Renate Vollbrecht kann sich noch gut an die Bauphase erinnern. „Wir haben oft mit Ferngläsern am Ufer gesessen und zugeschaut.“ Auch als sich die Brückensegmente trafen und damit wieder eine feste Verbindung von Ost nach West geschaffen war, hätten sie es live miterlebt. „Plötzlich lag Dömitz nicht mehr am Rand, sondern in der Mitte Deutschlands“, so Renate Vollbrecht. „Die Brücke hat uns wieder mit den westlichen Bundesländern verbunden, so wie es früher einmal war.“

Die alte Straßenbrücke war 1945 in den letzten Kriegstagen zerstört worden. Die Reste standen nach der Wende noch, waren aber nicht sanierungswürdig und wurden deshalb abgerissen. Die neue Brücke entstand auf derselben Achse und machte die noch junge Fährverbindung von Dömitz an das gegenüberliegende Ufer, die die Stadt Dannenberg im Herbst 1989 eingerichtet hatte, überflüssig. „Damit konnte man die Elbe überqueren, wann man wollte, und musste nicht ständig auf die Uhr schauen, ob man die letzte Fähre noch bekommt“, erzählt die Dömitzer Bürgermeisterin. Wer das Schiff verpasst hatte, musste seinerzeit den Umweg über eine der Elbbrücken bei Lauenburg oder Wittenberge in Kauf nehmen.

Am Mittwoch waren alle pünktlich, um von Dannenberger Seite aus – im kommenden Jahr richtet wieder Dömitz den Erinnerungstag aus – zur Brückenmitte zu spazieren. Baugerüste und Planen bestimmten dort das Bild. Die Brücke wird bis Februar kommenden Jahres auf Vordermann gebracht. Nach dem Marsch trafen sich die Gäste in Quickborn, um über alte Zeiten und neue Pläne zu plaudern.
 

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