Ludwigslust : Zum 125. Blick hinter die Kulissen werfen

Beim Rundgang durch Produktions- und Lagerräume gab es viel zu sehen und zu bestaunen.
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Beim Rundgang durch Produktions- und Lagerräume gab es viel zu sehen und zu bestaunen.

LWF Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH &Co. KG feierte gestern mit hunderten Besuchern aus nah und fern das große Firmenjubiläum

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15. Mai 2017, 08:00 Uhr

Reinhard Heißner war auf dem Weg zur großen Bühne. Auf dem Firmengelände und im Inneren der Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH &Co. KG (LFW) ging es gestern hoch her. Und das aus gutem Grund. Das renommierte Unternehmen feierte das 125-jährige Jubiläum und dazu hatten Geschäftsführung und Belegschaft Einwohner, Weggefährten, Mitstreiter und Partner zu einem Tag der offenen Tür mit einem bunten Programm eingeladen. Der Moderator des Nachmittagsprogramms wollte das Ludwigsluster Urgestein interviewen, weil Reinhard Heißner eine ganz besondere Beziehung zur Geschichte des Unternehmens hat. „Mein Vater Ernst Heißner hat hier von 1905 bis 1947 bei der Firma Gebrüder Schulze & Söhne in Ludwigslust gearbeitet. Er war Meister im Salzkeller und hat an der Herstellung des berühmten Schinkens ,Obotrit’ mitgewirkt“, schmunzelte Reinhard Heißner. Dabei hatte er auch einige Fotos aus der Zeit von 1922 bis 1932, die seinen Vater inmitten weiterer Mitarbeiter zeigte. So wie Reinhard Heißner wollten sich am gestrigen Sonntag hunderte von Besuchern das bunte Unterhaltungsangebot nicht entgehen lassen und beim Rundgang durch Produktions- und Lagerräume auch einen Blick hinter die Kulissen werfen. Überall standen Mitarbeiter des Traditionsunternehmen bereit, um den Gästen des Rundgangs bereitwillig Auskunft zu geben. „Das ist ja ganz schön frisch hier“, sagte ein älteres Ehepaar. „Ja, die Temperatur wird hier auf zwei Grad heruntergekühlt, das ist für die Produktionsabläufe unerlässlich“, antwortete eine freundliche junge Frau im Ludwigsluster Fleischwaren-T-Shirt. Beim Blick hinter die Kulissen zeigte sich den Besuchern, wie modern das Unternehmen in Sachen Technik, Technologie, Innovation und Kreativität aufgestellt ist. Auf Monitoren im Bereich der Räucherei wurden Videos eingespielt, die u.a. die Herstellung verschiedener Wurstwaren zeigten. Und wer probieren wollte, wie Ludwigsluster Erzeugnisse schmecken, der konnte sich nicht nur an den Ständen die Bockwurst munden lassen, sondern auch die Jubiläumssalami erwerben.

Zum Jubiläum ist dann auch pünktlich die Chronik fertig geworden, an der der freie Journalist Norbert Bosse maßgeblich mitgewirkt hatte. Entstanden ist in den vergangenen Wochen und Monaten ein Werk beeindruckender Firmengeschichte mit vielen Zeitzeugen und teilweise neuen Erkenntnissen. Der Tag der Firmengründung ist der 5. Mai 1892, unter den historischen Unterlagen, die durch die Familie Schulze als Nachfahren der Gründer zur Verfügung gestellt wurde, befand sich auch der original Kaufvertrag aus jenem Jahr. Und im Jahr 1908 wurde die Firma zum Hoflieferanten ernannt. Eine Tatsache, die zwar bekannt war, aber bis dato noch nicht bewiesen wurde. Dank der Hilfe des Hobby-Historikers Hans Kenzler aus Ludwigslust sei das jetzt erfolgt, erläuterte Norbert Bosse bei der Präsentation der Chronik. Besonders beeindruckend ist der Wille zum Fortschritt bei den Gründern. Von Anbeginn setzten sie auf neue und moderne Technik und auf effektive Produktion unter Beachtung handwerklicher Maßstäbe. In den letzten Jahrzehnten hat sich das LFW zu einer der modernsten Wurstfabriken Deutschlands entwickelt und gehört mit zu den führenden Produzenten von Bio-Erzeugnissen in der Bundesrepublik.

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