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Stahl- und Behälterbau Ludwigslust : Zukunft von SBL ungewiss

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Insolvenzverwalterin verhandelt nach eigenen Aussagen intensiv mit Erwerberinteressenten. 36 Mitarbeitern wurde gekündigt

von
erstellt am 21.Okt.2016 | 08:00 Uhr

Die Zukunft des Stahl- und Behälterbaus Ludwigslust (SBL) – dem Nachfolgeunternehmen der traditionsreichen „Bama“ aus der Lindenstadt – liegt derzeit im Dunkeln. Die Tore sind verschlossen, die Geschäftsführung ist nicht erreichbar. Fakt ist: Das Insolvenzverfahren ist durch einen Eigenantrag der SBL Ludwigslust GmbH vom 4. August diesen Jahres beim zuständigen Insolvenzgericht Schwerin eingeleitet worden. „Bei dem Unternehmen sind derzeit 36 Mitarbeiter beschäftigt. Den Arbeitnehmern musste mit Eröffnung des Verfahrens vorsorglich die Kündigung ausgesprochen werden“, bestätigt die Insolvenzverwalterin, die Schweriner Rechtsanwältin Uta Plischkaner. „Derzeit werden intensive Verhandlungen mit Erwerberinteressenten geführt, um den Standort und somit auch die Arbeitsplätze zu erhalten. Eine belastbare Aussage über den Zeitpunkt der Beendigung des Verfahrens kann derzeit nicht getroffen werden, da dieser von einer Vielzahl von Faktoren abhängig ist“, so die Insolvenzverwalterin.

„Die aktuelle Situation ist für uns eine Katastrophe“, meint Torsten Hinrichs, der sich mit seiner Heizungsbaufirma in der Nachbarschaft auf dem Bama-Gewerbepark angesiedelt hat. Es sind rund 20 Firmen, die hier Gewerbeflächen nutzen. Mit seiner Aussage zielt Torsten Hinrichs auf die drohende Verwahrlosung des Areals, wenn es nicht gelingen sollte, hier einen Interessenten zu finden, der das SBL-Unternehmen weiterführt oder neu aufstellt. „Die Maschinen, die in den Hallen stehen, gibt es von der Größe und ihrer Spezialisierung her nicht ein zweites Mal in Ludwigslust“, sagt Torsten Hinrichs. Er war einer der Initiatoren des Hoffestes, das im April diesen Jahres auf dem Gelände stattfand und wo nicht zuletzt die Verbindung des Bama-Parks mit der Stadt Ludwigslust gezeigt wurde.

Der Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach zeigt sich nur verhalten optimistisch, wünscht sich aber, dass der Betrieb weitergeführt werden kann. „Leider sind wir als Stadt in die Prozesse nicht viel einbezogen gewesen“, so der Chef der Stadtverwaltung. Reinhard Mach fürchtet, dass die Mitarbeiter verunsichert sind und damit lukrativ werden für andere Unternehmen, die dringend Fachkräfte suchen. „Ich habe persönlich das Empfinden, dass sich die Geschäftsführung zu lange bedeckt gehalten hat, wie es wirklich um den Betrieb steht“, drückt der Bürgermeister seine Gedanken aus.

Stahl- und Behälterbau Ludwigslust hat die Tradition der Bama, einem der über Jahrzehnte bekanntesten Unternehmen aus der Lindenstadt, fortgeführt. Produziert wurden hier in den letzten Jahren Großtanks für die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten.

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