zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

12. Dezember 2017 | 01:51 Uhr

Wittenburg : „Zu viele Intrigen“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Volker Siering gibt Führung der Wittenburger Feuerwehr ab / Zwei Kandidaten für Neuwahlen am Freitag

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 07:00 Uhr

„Genug ist genug“, sagt Volker Siering. Der Wittenburger hat angekündigt, nicht mehr für die Wahl des Wehrführers in seiner Heimatstadt anzutreten. Als Grund gab der 56-Jährige zu viele Reibereien innerhalb der Wehr an. Zudem fehle ihm die nötige Zeit, um der Aufgabe umfassend gerecht zu werden. Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Das war ein Prozess über mehrere Jahre“, sagt er gegenüber SVZ. Aber am Ende sei sein Frust über den Unfrieden innerhalb der Wehr zu groß gewesen. „Ich wünschte mir, alle würden an einem Strang ziehen statt so viele Intrigen zu spinnen.“ Weil Siering als Wehrführer die Grüppchenbildung nicht verhindern konnte, hatte er sich zuletzt sogar Hilfe vom Landkreis geholt. „Ein Sozialarbeiter sollte als Mediator vermitteln und Ruhe in die Truppe bringen.“

Siering geht mit gemischten Gefühlen. „Ein bisschen Wehmut schwingt mit, aber ich bin auch sehr erleichtert, die Verantwortung abzugeben und mehr Zeit für meine Arbeit als Schornsteinfeger zu haben.“ Zwölf Jahre hatte der gebürtige Wittenburger die Wehr geleitet, war zuvor lange Stellvertreter. Als er vor dreißig Jahren in die Wehr eintrat, habe er einen großen Zusammenhalt gespürt. „Der fehlt heute“, sagt er. „Wenn wir unser Sommerfest feiern, sucht sich jede Gruppe ihren eigenen Raum.“ Überraschend kommt sein Rückzug für die Feuerwehrmänner und -frauen nicht. Siering hatte bereits im September angekündigt, nicht mehr zu kandidieren. „Damit blieb genügend Zeit, einen Nachfolger zu suchen“, sagt Siering, der mit seinen 56 Jahren der älteste Aktive in der Wittenburger Wehr ist. „Wenn wir Alten so lange aktiv bleiben, verlieren die Jungen das Interesse“, sagt er. Er freut sich über den Elan der Jungen. Anders als in Hagenow, wo nach dem Rücktritt Steffen Kasulkes immer noch kein Nachfolger gewählt wurde, wollen in Wittenburg gleich zwei Mitglieder - Stefan Schwarz und Axel Körner - am Freitag bei der Wahl zum neuen Wehrführer antreten. Siering bleibt weiter Feuerwehrmitglied, will sich aber mehr auf die Arbeit im Feuerwehrverein konzentrieren.

Bei aller Erleichterung - eines wurmt den scheidenden Wehrleiter doch: Dass das neue Gerätehaus, für das er jahrelang auch als Stadtvertreter gekämpft hatte, jetzt ohne ihn als Verantwortlichen gebaut wird.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen