Zu lange Wegzeiten beweisen

Neuer Schulentwicklungsplan des Kreises noch nicht genehmigt / Bildungsministerium fordert konkrete Belege für unzumutbare Zeiten

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27. August 2015, 07:00 Uhr

Zurück auf Anfang: Anders als erwartet ist für die Kinder aus Glaisin weiterhin Eldena die örtlich zuständige Grundschule. Die geplante Änderung der Schuleinzugsbereiche, durch die die Glaisiner der Bildungseinrichtung in Kummer zugeordnet werden sollten, ist noch nicht in Kraft. Der Grund: Das Bildungsministerium hat den Schulentwicklungsplan 2015/16 bis 2019/20 des Landkreises bislang nicht genehmigt. „Doch ohne genehmigten Plan können wir auch nicht die neue Schuleinzugsbereichssatzung beim Staatlichen Schulamt Schwerin zur Genehmigung einreichen“, erklärte Guido Wiese von der Kreisverwaltung. „Damit gelten die alten Satzungen der Altkreise weiter.“ Für die Stadt Ludwigslust, deren Ortsteil Glaisin ist, nach Aussage von Bürgermeister Reinhard Mach derzeit kein Problem. „Die Eltern der diesjährigen Schulanfänger wollten ohnehin nach Eldena und hatten dafür bereits Ausnahmegenehmigungen beantragt“, so Mach. Die sind nun nicht mehr nötig.

Das Bildungsministerium hat offenbar Zweifel an den im Schulentwicklungsplan aufgeführten unzumutbaren Schulwegzeiten, die bei Schließung einer Schule für manche Kinder entstehen würden. Und es will augenscheinlich prüfen, wie viele Mädchen und Jungen davon betroffen wären. Auf jeden Fall ist der Landkreis aufgefordert worden, anhand konkreter Unterlagen den Nachweis für entstehende unzumutbare Schulwegzeiten zu erbringen. „Wir müssen mitteilen, welche Gemeinden und wie viele Kinder jeweils betroffen sind und welche Buslinien zugrunde gelegt wurden“, erklärte Guido Wiese. „Und wir müssen einen Auszug des Fahrplans anfügen.“ In einigen Fällen habe man in Zusammenarbeit mit der Verkehrsgesellschaft VLP einen fiktiven Fahrplan erstellt, weil entsprechende Buslinien erst eingerichtet werden müssten. Es sei das erste Mal, dass man den Nachweis so detailliert erbringen soll, sagte Guido Wiese. Er betonte aber zugleich, dass die rechtlichen Grundlagen dafür gegeben seien. Fachdienstleiter Rainer Pekram hatte bereits auf der jüngsten Sitzung des kreislichen Bildungsausschusses auf die veränderte Situation hingewiesen. Möglicherweise wolle das Land die Zahl der Schulen so reduzieren, dass die vorhandenen Lehrer für die Unterrichtsversorgung reichen, meinte der Fachdienstleiter.

Das Entstehen unzumutbarer Schulwegzeiten hat in jüngster Vergangenheit schon einige Schulen vor der Schließung bewahrt. Als unzumutbar gelten dabei mehr als 40 Minuten bei Grundschülern und mehr als 60 Minuten bei Regionalschülern. Dabei setzt der Landkreis zusätzlich zur reinen Fahrzeit zehn Minuten für die Zeit vom Verlassen der Wohnung bis zur Busabfahrt sowie fünf Minuten für die Zeit von der Busankunft bis zum Erreichen des Schulgeländes an. „Bei den ersten Ausnahmegenehmigungen, die erteilt wurden, war das so akzeptiert worden…“, so Guido Wiese.

Folgen hat die noch ausstehende Genehmigung auch für die Gemeinde Malliß. Sie wollte ihre eigenständige Grundschule aufheben und in die Regionalschule integrieren. So war es auch in den Schulentwicklungsplan aufgenommen worden. Der Antrag auf Teilgenehmigung des Planes hinsichtlich der Schulen der Gemeinde Malliß sei jedoch abgelehnt worden, so Wiese.

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