Abwasserzweckverband Ludwigslust : ZkWAL: Verband mit wenig Eigenkapital

Die Forderung ist eindeutig: Der ZkWAL muss mehr Eigenkapital bilden.
Die Forderung ist eindeutig: Der ZkWAL muss mehr Eigenkapital bilden.

Vertreter des Landesrechnungshofes mahnt Umdenken an: In wenigen Jahren drohen sonst drastische Gebührenerhöhungen

svz.de von
18. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Awado Deutsche Audit GmbH hat dem Zweckverband kommunaler Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Ludwigslust (ZkWAL) für 2013 eine ordnungsgemäße Wirtschaftsführung bescheinigt. Auf der Verbandsversammlung am Montagabend auf dem künftigen Firmengelände an der Techentiner Straße gab es aber gleichzeitig den Hinweis, die Eigenkapitalquote unbedingt zu erhöhen. Die ist momentan mit 0,5 Prozent äußerst niedrig. Ein Umstand, der auch Dr. Norbert Hempel, Mitglied des Landesrechnungshofes, erneut auf den Plan gerufen und auf der Verbandsversammlung hat unmissverständliche Worte finden lassen.

„Wenn Sie nicht umsteuern, wird der Verband zukünftig in schweres Fahrwasser geraten“, prognostiziert Hempel. „In Mecklenburg-Vorpommern ist Ihre Eigenkapitalquote konkurrenzlos niedrig.“ Zum Vergleich: Beim benachbarten Wasserbeschaffungsverband Sude-Schaale in Wittenburg beträgt die Eigenkapitalquote nach SVZ-Recherchen gegenwärtig 86,5 Prozent, beim unmittelbar benachbarten Abwasserzweckverband 80,1 Prozent. Es werde der Tag kommen, an dem nötige Neuinvestitionen nicht mit Eigenkapital unterlegt werden könnten, sieht der Vertreter des Landesrechnungshofes voraus. Oder es werde der Tag X kommen, an dem das Anlagevermögen zwar abgeschrieben sei, aber immer noch Kreditverbindlichkeiten bestünden.

Norbert Hempel hat dem Zweckverband erneut ins Stammbuch geschrieben, die Einnahmen spürbar zu erhöhen. Sonst würden in der Zukunft auf Schlag drastische Gebührenerhöhungen drohen. Und der Finanzwächter ließ auch schon mal anklingen, ob nicht andere Organisationsformen angebracht seien. Damit sind die bereits in der Vergangenheit diskutierten Fusionsüberlegungen des Zweckverbandes mit benachbarten Verbänden vielleicht wieder auf dem Tisch. „Andere Verbände können ruhiger in die Zukunft schauen“, unterstreicht Hempel. Im ZkWAL soll nun gegengesteuert werden. Die Einsetzung einer Arbeitsgruppe mit der Aufgabe, Wege zur Bildung von Eigenkapital auszuloten, ist vom Vorstand geplant.

Was die Trinkwassergebühren betrifft, müssen sich die Grundstückseigentümer bisher keine Sorgen machen. Da soll es im kommenden Jahr keine Änderungen geben. Bei den Abwassergebühren hingegen gibt es Differenzierungen. Dr. Olaf Hinrichs, ZkWAL-Vorstandsmitglied aus Göhlen und für unbequeme Worte bekannt, sprach offen seinen Verdacht an, dass die Gebühren der zentralen Entsorgung auf Kosten der dezentralen Entsorgung gestützt werden sollten. „Die Kalkulation ist an einer Stelle fragwürdig. Wie kann es sein, dass auf der einen Seite die Anzahl der Kleinkläranlagen im Verbandsgebiet gesunken ist, auf der anderen das Anlagevermögen gestiegen sein soll?“ fragt Olaf Hinrichs. Verbandsvorsteher Peter Warnecke reagierte verärgert. Offenbar gibt es dazu im Vorstand kontroverse Diskussionen. Warnecke kündigte aber an, dass der Vorstand auf der nächsten Verbandsversammlung am 2. März 2015 ein umfassendes Konzept zur dezentralen Entsorgung vorlegen werde.

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