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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 16:08 Uhr

Dömitz : Ziele gemeinsam verwirklichen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Leiter der Biosphärenreservate Deutschlands beraten in Vielank. Schwerpunkt ist nationale Umsetzung des „Lima-Aktionsplans“

von
erstellt am 24.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Wo lebt der Fischotter, was frisst er und was sind seine Gewohnheiten? Mit dem Bildungsprojekt „Fritz und seine Freunde“ möchten die Mitarbeiter des Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe Kita- und Schulkindern den Lebensraum Wasser näher bringen, auf spielerische Art und Weise.

„Wir haben überlegt, was unsere beiden Biosphärenreservate gemeinsam haben“, sagt Ulrike Müller vom Amt. „Von der Landschaft her nicht viel, außer das Wasser.“ Und genau hier setzen die Mitarbeiter an und entwickeln ständig neue Projekte zum Thema Umweltbildung.

Diese Ideen und viele weitere Projekte waren Gesprächsthema auf der 56. Tagung der Arbeitsgruppensitzung, bei der die Leiter der deutschen Biosphärenreservate von Mittwoch bis Freitag zusammenkamen. Im Vordergrund dieser Treffen stehen interessante Gespräche und die Abstimmung über die Entwicklung in den Schwerpunktaufgaben und relevanten Themen in den Biosphärenreservaten in ganz Deutschland.

Insgesamt 15 Reservate, die von der Unesco anerkannt sind, gibt es in der Bundesrepublik. Jedes einzelne mit seinen ganz bestimmten Besonderheiten. „Wir besprechen, was wir gemeinsam umsetzen können, aber auch welche Erfahrungen jeder einzelne mit bestimmten Projekten gesammelt hat und wie man diese anderswo umsetzen kann“, erklärt Helga May-Didion, Sprecherin der „Ständigen Arbeitsgruppe der Biosphärenreservate Deutschland“ (AGBR).

Und so ist Karl-Friedrich Abe, Leiter des Biosphärenreservats Röhn, schon sehr gespannt auf das Informationszentrum auf der Festung Dömitz. „Wir brauchen das Fahrrad ja nicht noch einmal erfinden. Man kann von allen Ländern etwas lernen“, erzählt der Leiter, dessen Gebiet sich im Länderdreieck Hessen, Bayern und Thüringen befindet. „Wir haben bei uns beispielsweise eine Auszeichnung, die Silber-Distel, die wir an Gastronomen vergeben, wenn sie mindestens 60 Prozent regionalen Wareneinsatz haben“, so Abe. Das sei ein gutes Beispiel für ein nachhaltiges Projekt, wovon die ganze Region profitiere. „Schwerpunktthemen sind aber auch der demografische Wandel oder welche Projekte kann man für Alte und Behinderte entwickeln?“, fügt Klaus Jarmatz, Leiter des Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe hinzu. Man müsse sich austauschen und dann entscheiden, was ist gut und was kann man fördern.

Zur Sprache kommen aber auch kleinere Projekte, wie beispielsweise eine gute Beschilderung in den Informationszentren. „Auch hier kann man sich eine ganze Menge Tricks abschauen“, so Abe.

Inhaltlich ging es bei der Tagung schwerpunktmäßig auch um die nationale Umsetzung des „Lima-Aktionsplans“. Er wurde im März beim Weltkongress der Biosphärenreservate in Lima/Peru verabschiedet und umfasst nahezu 60 konkrete Maßnahmen zur Stärkung des Weltnetzes und der einzelnen Biosphärenreservate.

„Die Umsetzung wird nun eine unserer Hauptaufgaben sein“, sagt Helga May-Didion. Um diese Herausforderungen bewältigen zu können, sei es umso wichtiger, dass die Biosphärenreservate ausreichend vernetzt sind. „So können wir unsere Erfahrungen analysieren und voneinander lernen und daraus neue Strategien entwickeln“, um jedes einzelne Biosphärenreservat auf den Weg zu einer nachhaltigen Vorbild-Region weiter voranzubringen.

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