Neustadt-Glewe : Zeitreise mit alten Fotos

Das Interesse an der neuen Ausstellung war riesig. Zur Eröffnung kamen an die 100 Gäste in das Alte Haus der Burg.  Fotos: Neumann
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Das Interesse an der neuen Ausstellung war riesig. Zur Eröffnung kamen an die 100 Gäste in das Alte Haus der Burg. Fotos: Neumann

Ausstellung „Neustadt-Glewe – Früher und heute“ auf der Burg eröffnet / Aktuelle Aufnahmen vom Fotoclub

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17. August 2015, 07:00 Uhr

Harry Rodehorst kennt den kleinen Blondschopf auf dem Bild. Und er weiß, was der Junge dort am Wasser gerade macht. „Wir sind 1946 zusammen eingeschult worden“, erklärt der gebürtige Neustädter, der inzwischen in Ludwigslust lebt. „Dort, wo die Flöße mit dem Holz für die Sägerei ankamen, haben wir immer gespielt – und sind ins Wasser gefallen.“

Die Postkarte von 1951 mit Blick auf Burg und Mühle ist Teil der Ausstellung „Neustadt-Glewe – Früher und heute“, die gestern Mittag im Alten Haus der Burg eröffnet wurde. Sie stellt historische Ansichten der Stadt den aktuellen Fotos gegenüber. Die bis zu 110 Jahre alten Postkarten mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen hat Britta Kley aus dem Fundus des Museums herausgesucht. Die Fotos von heute haben Mitglieder des Fotoclubs Neustadt-Glewe e.V. gemacht. Dabei sollte das Foto von damals möglichst genau nachgestellt werden. Standpunkt des Fotografen, Jahreszeit, Wetterlage – alles sollte passen. „Das war nicht so einfach, wie wir es uns vorgestellt hatten“, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Fotoclubs, Bernd Güsmer, bei der Eröffnung. Einige Gebäude gibt es gar nicht mehr, andere sind so verändert worden, dass man sie nicht mehr erkennt. „Mancher Fotograf muss damals auf der Straße gestanden haben“, so Güsmer. „Das ist bei dem Verkehr heute undenkbar.“

Insgesamt 36 Motive mit je einer Aufnahme von früher und einem Foto von heute sind in der Ausstellung zu sehen. So das Schützenhaus, der Bahnhof, die Bahnhofstraße von 1905, das Rathaus von vor 1926, die Große Straße von 1911, das Elektrizitätswerk von 1930 sowie Schloss und Mühle aus den 1960er-Jahren. „Die Fotos sind Symbol für die Veränderungen, die unsere Stadt erlebt hat“, betonte Britta Kley. Und dafür scheinen sich die Neustädter und Gäste zu interessieren. „Die Zahl der Gäste zeigt, dass damit ein Nerv getroffen wurde“, sagte die amtierende Bürgermeisterin Dörte Ulma bei der Eröffnung, die an die 100 Besucher vereinte. „Und ich habe schon sehr interessante Gespräche geführt.“

Die Ausstellung auf der Burg erlaubt jedoch nicht nur eine Zeitreise in die Neustädter Geschichte, sondern auch in die Geschichte der Fotografie. Alte Fotokameras, Belichtungsmesser, Ratgeberbroschüren wie „Photographieren leicht gemacht“ und anderes mehr aus der Sammlung von Dr. Rainer Dahlmeier machen es möglich. Am 15. September wird er in der Ausstellung einen Vortrag zu diesem Thema halten.

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