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ludwigslust/parchim : Wunsch: Mehr Schwarzarbeit-Kontrolle

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft: Auswirkungen des Mindestlohns noch nicht einzuschätzen

Für das Gros der Handwerker im Landkreis Ludwigslust-Parchim scheint es gute Aussichten auf das Jahr 2014 zu geben. „Wir leben in einer Zeit, in der die Konjunktur recht gut läuft“, sagt Birgit Ludwig, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Westmecklenburg-Süd gegenüber unserer Zeitung. Die Entwicklung verlaufe allerdings in den Branchen unterschiedlich. Trotz guter Geschäfte in der gerade beendeten Festzeit, über die ihr Fleischer berichtet haben, gebe es im Nahrungsmittelhandwerk Sorgen um sinkende Umsätze.

Für die weiteren Konjunkturaussichten des Handwerks sind auch die Weichenstellungen der Europäischen Union mit entscheidend. Die EU fördert strukturschwache Regionen. Das wirkt sich auf die Aufträge aus, so Birgit Ludwig. Jetzt steht eine neue Förderperiode ins Haus. Bislang sei noch nicht entschieden, wie unsere Region eingeordnet wird.

Noch nicht einzuschätzen sei zudem, welche Auswirkungen das von der neuen Bundesregierung angestrebte Ziel hat, flächendeckend einen Mindestlohn von 8,50 Euro einzuführen, erklärte Ludwig. Unter dieser Summe liegen beispielsweise Friseure, Raumausstatter, Bäcker und Fleischer. Man müsse sehen, wie sich mit den Lohnerhöhungen die Preise entwickeln und wie die Kunden das annehmen.

Bei Kosmetikern und Friseuren gilt seit dem vergangenen Monat ein Mindestlohn von 6,50 Euro. Die Lohnsteigerung haben schon die Kunden durch höhere Preise in der Vorweihnachtszeit gespürt, so Ludwig. Vereinbart ist, diesen in der ganzen Innung verbindlichen Mindestlohn Schritt für Schritt zu erhöhen.

In anderen Bereichen - beispielsweise auf dem Bau - gelten bereits heute Mindestlöhne von mehr als 8,50 Euro, so Ludwig. Wer heute einen öffentlichen Auftrag haben will, muss gleichfalls nachweisen, dass er mindestens diese Summe zahlt. Das werde von der Handwerkerschaft unterstützt. Aus dem Bauhandwerk höre sie allerdings auch immer wieder Sorgen über Preisverfall. Einige Handwerker fragen sich zuweilen, wie bestimmte Angebote zustande kommen, wenn die Firmen den Mindestlohn zahlen.

Kritisch sieht die Kreishandwerkerschaft das Thema Schwarzarbeit. Birgit Ludwig wünschte sich mehr staatliche Kontrollen von unerlaubten Handwerksleistungen, die unter dem Deckmantel der Nachbarschaftshilfe verpackt werden.

Um Fachkräfte zu halten, zahlen Handwerker auch oft die über dem Mindestlohn geltenden Tariflöhne, erklärte Ludwig.

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erstellt am 06.Jan.2014 | 07:00 Uhr

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