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Ludwigsluster Tageblatt

18. Dezember 2017 | 04:28 Uhr

Malliss : Wolfsjagd nur eine Frage der Zeit

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Hegering Malliß/Dömitz sieht punktuell Besorgnis erregende Populationsdichte des Räubers. Region noch am Anfang der Besiedlung

von
erstellt am 17.Jan.2017 | 14:19 Uhr

„Minister Backhaus sagt, der Mensch müsse lernen mit dem Wolf zu leben. Es müsste heißen, dass der Wolf lernen muss, mit dem Menschen zu leben.“ Das sagt Birgit Eckardt, die Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering Malliß/Dömitz. Die Mitglieder verfolgen die gegenwärtige Diskussion um den Wolf mit großem Interesse.

Es sei die Unvernunft diverser Umweltorganisationen und grüner Politik, die ein herrliches Tier derart in Verruf bringe. Und so sieht der Hegering so genannte „Problemwölfe“ nicht als auffällig. Sie täten nichts anderes als das, was ihre Vorfahren seit Jahrhunderten immer getan hätten. „Ein angeblich scheues Großraubtier kommt dem Menschen jetzt so nah, weil die menschliche Witterung ihm vertraut ist, da sie ihm überall begegnet und er nicht gelernt hat, dass der Mensch ihn nicht so dicht bei sich haben will“, sagt Birgit Eckardt. Rufen und Winken, wenn sie zu nahe kommen, sollten die Tiere vertreiben, aber die Praxis zeige, dass die Wölfe diese Sprache nicht verstünden.

Die Jäger und Heger aus der Elbregion sehen die Entwicklung der Wolfspopulation in der hiesigen Gegend noch am Anfang. Trotzdem kommt es schon zu massiven Übergriffen auf Nutztiere. Die Entwicklung wird mit Sorge verfolgt. Birgit Eckardt verweist auf die Fakten: Ein Rudel ist in Lübtheen, ein weiteres siedelt sich jetzt in der Kalisser Heide an. Die Entfernung beträgt rund 20 Kilometer. Ein nächstes Rudel wird sich bei Parchim ansiedeln – etwa 60 Kilometer. Das nächste Rudel steht in Gartow – 80 Kilometer. Zwischen Lübtheen und Munster, wo vier Rudel leben, gibt es ein weiteres in der Göhrde.

„Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt noch ein Leichtes und dringend erforderlich, die Ansiedlung zweier weiterer Rudel in unmittelbarer Nähe von Lübtheen zu verhindern. Dafür müssten die beiden Paare nicht geschossen werden. Man kann sie einfangen und an einem weiter entfernten Truppenübungsplatz wieder aussetzen“, schlägt Birgit Eckardt im Namen der Hegering-Mitglieder vor.

Umweltverbände hätten behauptet, ein Wolfsrudel benötige 250 Quadratkilometer. Dies sei aber auch vom Nahrungsangebot abhängig, im Prinzip aber kein Problem. Wenn aber das Wild nicht mehr so leicht zu erbeuten sei, werde der Wolf, da er ein bequemer Jäger sei, sich an Nutztiere halten. Das könnten auch die besten Schutzmaßnahmen nicht verhindern, denn fressen müssten die Tiere. Birgit Eckardt vergleicht Deutschland mit dem EU-Land Schweden. Die Skandinavier haben eine größere Fläche, aber eine wesentlich geringere Einwohnerdichte. Schweden duldet eine Obergrenze von 300 Wölfen, was darüber geht, wird geschossen. „In Deutschland haben wir zur Zeit etwa 470 zugegebene Wölfe. Laut Nabu sollen 440 Rudel angesiedelt werden. Das sind, wenn man nur von zehn Tieren pro Rudel ausgeht, 4400 Wölfe in Deutschland. Wovon sollen die auf Dauer satt werden?“ fragt Birgit Eckardt weiter.

Eine Bejagung des Wolfes werde irgendwann auch zur Erhaltung der Artenvielfalt dringend nötig sein. „,Problemwölfe‘ kann man heute schon,entnehmen‘. Dazu bedarf es nur einer mutigen Landesregierung. Anzumerken wäre noch, dass eine Verherrlichung, Verniedlichung und Verharmlosung des Wolfes grob fahrlässig ist. Damit wird billigend in Kauf genommen, dass Menschen zu schaden kommen“, unterstreicht Birgit Eckardt.

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