Naturschutzgebiet Büchener Sander : Wolfs-Vorurteile abbauen

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sowie Landwirtschaftsminister Till Backhaus ließen sich von Schäferin Heike Griem nicht lange bitten und unterstützten sie beim Aufstellen des Herdenschutzzaunes.  Fotos: Tilo Röpcke
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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sowie Landwirtschaftsminister Till Backhaus ließen sich von Schäferin Heike Griem nicht lange bitten und unterstützten sie beim Aufstellen des Herdenschutzzaunes. Fotos: Tilo Röpcke

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zu Besuch bei Wanderschäferin Heike Griem aus Schwartow

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29. August 2015, 08:00 Uhr

Am letzten Tag ihrer diesjährigen Sommerreise besuchte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am gestrigen Freitag die Wanderschäferin Heike Griem aus Schwartow bei Boizenburg. Im Grenzgebiet von MV und Schleswig-Holstein unterhält die 45-jährige Schäferin im Naturschutzgebiet Büchener Sander eine von insgesamt vier Herden mit bis zu 1100 Schafen und Lämmer auf einer Gesamtfläche von 113 Hektar. Begleitet wurde die Bundesministerin auf ihrer Tour quer durch MV vom Minister für Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz, Dr. Till Backhaus.

„Wir wollen mit dem Besuch der Schäferin Heike Griem den seit dem Jahr 2010 existierenden Managementplan für den Wolf vorstellen“, erklärte Minister Backhaus die Beweggründe für den gestrigen Besuch. Nachdem es seit dem Jahr 2006 wieder territoriale Wolfsvorkommen in MV gibt und nach aktuellen Erkenntnissen dort zwei Wolfsrudel mit acht Welpen sowie bis zu drei Einzeltieren leben, wurden nach Auskunft von Backhaus im Rahmen des Konfliktmanagements in jedem der insgesamt 29 Forstämter freiwillige Ansprechpartner ausgebildet und eingestellt, um Nutztierhalter in der Region aufzuklären, Vorurteile vor dem Wolf abzubauen und bei auftretenden Problemen schnell und unkompliziert helfen zu können. Wanderschäferin Heike Griem, für die schon seit ihrem 10. Lebensjahr der Berufswunsch feststand und die ihre Arbeit als absoluten Traumberuf bezeichnet, setzt erfolgreich auf ihre beiden Herdenschutzhunde Ingeborg und Jana sowie spezielle Elektrozäune, die vom Land Mecklenburg-Vorpommern mit bis zu 75 Prozent gefördert werden. Heike Griem demonstrierte ihren Besuchern gestern den nicht unerheblichen Arbeitsaufwand, um den Herdenschutzzaun für ihre Schafherde im Naturschutzgebiet Büchener Sander täglich neu zu verlegen. „Mittlerweile zieht der Schutzzaun schon weitere Gäste an. Das Rehwild hält sich bevorzugt in der Nähe der Absperrung auf, denn sie fühlen sich hier wohl sicher“, erzählt Heike Griem schmunzelnd von ihren Beobachtungen der vergangenen Monate. Angefangen hatte die sympathische Schäferin vor mittlerweile 23 Jahren mit lediglich 600 Tieren auf seinerzeit 11 Hektar Land. Zurzeit hält sie neben dem Gebiet im Büchener Sander noch drei weitere Herden bei Nostorf, Horst und Zweedorf mit insgesamt 2200 Tieren auf 600 Hektar. Das Beweiden der Naturschutzgebiete sowie der Lammverkauf stellen derzeit die Haupteinnahmequellen der Wanderschäferin dar. Zahlreiche Medienvertreter begleiteten am gestrigen Freitag den Besuch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Schwartow. „Wir wollen mit diesem Termin den schlechten Ruf des Wolfes aufbessern. Häufig werden diesem geschützten Tier Handlungen zugeschrieben, die nachweislich von wildernden Hunden begangen wurden“, sagt die Bundesumweltministerin. Barbara Hendricks freue sich über jede Tierart, die wieder bei uns heimisch wird. Bezüglich des Wolfes sei es aber unsere Aufgabe, die Konflikte vernünftig zu regeln und möglichst klein zu halten. Die Ministerin dankte Schäferin Heike Griem am Ende der Tour für die umfassenden Einblicke in ihre schöne, aber auch harte Arbeit sowie in die Maßnahmen zum Wolfsschutz. „Wenn Artenschutz funktionieren soll, ist es nötig, dass die öffentliche Hand das unterstützt“ so Barbara Hendricks abschließend.

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