Wohnprojekt: Individuell leben, aber nicht allein

So soll sich die geplante Wohnanlage zwischen Pestalozzi-Schule und Wohnblöcken an der Schweriner Allee in das Wohngebiet einfügen.  Repro: Lobahn/Tiede
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So soll sich die geplante Wohnanlage zwischen Pestalozzi-Schule und Wohnblöcken an der Schweriner Allee in das Wohngebiet einfügen. Repro: Lobahn/Tiede

In Neubau an der Klenower Straße sollen zwei Wohngruppen entstehen / Auch Café und Praxen geplant

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28. März 2018, 10:05 Uhr

Gut sechs Jahre nach dem Abriss der alten Sporthalle an der Klenower Straße bahnt sich für das Areal neben der Pestalozzi-Schule eine neue Nutzung an. Eine völlig andere. Cathérine Tiede aus Groß Laasch will dort eine Wohnanlage für zwei ambulante Wohngemeinschaften und für betreutes barrierefreies Wohnen errichten.

„Von Kunden unseres Pflegedienstes in der Schweriner Allee oder der Tarnow-Straße hören wir immer wieder, dass sie nicht aus ihrem Wohngebiet wegziehen möchten, weil sie hier ihre Einkaufsmöglichkeiten, Arzt und Apotheke haben“, hatte Markus Tiede jüngst im städtischen Stadtentwicklungsausschuss erklärt, wie die Idee für das Projekt entstanden war. Die Nachfrage nach solchen Wohngemeinschaften sei groß, für den „Mecklenburger Hof“ etwa existiere eine lange Warteliste, ergänzte Cathérine Tiede im Gespräch mit SVZ.

Geplant ist ein u-förmiger Bau mit einem verkürzten Südflügel, damit auch die Wohnungen im Nordflügel noch ausreichend Licht bekommen. Die Häuser sollen drei Geschosse haben. „So vermittelt der Bau zwischen der zweigeschossigen Schule und den viergeschossigen Wohnblöcken“, erklärte Architektin Lorna Labahn aus Stralsund. Ein Parkplatz soll vorn an der Klenower Straße entstehen, so dass Autos weitestgehend aus der Wohnanlage verbannt sind und der Innenhof von den Mietern als Wohnhof genutzt werden kann.

In den beiden Wohngruppen sollen jeweils zwölf Bewohner leben. Jedem Mieter steht ein Ein-Raum-Apartment zur Verfügung, hinzu kommen je Wohngruppe ein gemeinsamer Wohnbereich und eine gemeinschaftliche Küche, in der die Mahlzeiten zubereitet und eingenommen werden. Diese Wohnform richtet sich an Menschen mit oder ohne Demenz, mit mehr oder weniger Pflegebedarf, aber auch an Mieter, die noch keine Unterstützung benötigen, aber vielleicht vorsorgen möchten. „Wer Pflegeleistungen benötigt bzw. seine Angehörigen oder Betreuer beauftragen selbst einen Pflegedienst nach freier Wahl“, betonte Cathérine Tiede. Für jede der Wohngruppen soll es zudem Präsenzkräfte geben, die Verwaltungstätigkeiten übernehmen, Kontakt zu den Angehörigen halten und in Alltagssituationen unterstützen. „Sie werden von der Wohngemeinschaft beauftragt“, so die Investorin. Es gehe darum, sich gegenseitig zu unterstützen und nicht allein zu sein.

Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes soll es öffentliche Angebote geben. „Wir können uns ein Friseurgeschäft, eine Physio- oder Ergotherapiepraxis oder auch eine Arztpraxis gut vorstellen“, sagt Cathérine Tiede. Die Gespräche dazu laufen. Außerdem ist ein Bäckerei-Café mit überdachtem Außenbereich geplant, das auch Mittag anbietet.

Der Stadtentwicklungsausschuss nahm das Projekt mit Wohlwollen zur Kenntnis. „Eine gute Idee“, meinte Melitta Roock (Die Linke). „Physiotherapie oder ein Café wären auch für andere ältere Bewohner des Gebietes ein gutes Angebot.“ Und Therese Holm vom Seniorenbeirat vereinbarte mit der Investorin gleich einen Termin. Am 5. April, 14 Uhr, wird sie das Projekt im Rathaus der Öffentlichkeit vorstellen. Therese Holm bittet um Anmeldungen unter Telefon 03874 / 48305.

Geht es nach Cathérine Tiede könnte im Herbst dieses Jahres Baubeginn, im Dezember 2019 Fertigstellung sein. Die Unterlagen für den Bauantrag werden derzeit erarbeitet.

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