Ludwigslust : „Wo sollen die Jugendlichen hin?“

<p>Der Skaterplatz in Ludwigslust ist ein beliebter Treffpunkt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Polizei behält ihn verstärkt im Blick. </p>

Der Skaterplatz in Ludwigslust ist ein beliebter Treffpunkt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Polizei behält ihn verstärkt im Blick.

Nico Mundt und Philip Rosien: Skaterplatz ist wichtiger Treffpunkt für die jungen Ludwigsluster. Polizei kontrolliert weiter

svz.de von
26. September 2017, 21:00 Uhr

Was für die einen ein Ärgernis ist, ist für die anderen ein wichtiger Treffpunkt in der Stadt: der Skaterplatz. Immer mal wieder gerät er in die Schlagzeilen. Offiziell ist von Verunreinigungen, Platzverweisen, Ruhestörung und vereinzelt von Körperverletzungen die Rede. Inoffiziell heißt es auch, dass dort Drogen eine Rolle spielen. Dass die Polizei deshalb regelmäßig zu Kontrollen vorbeischaut, ist für Nico Mundt und Philip Rosien daher in Ordnung. Jüngst waren die 20 und 21 Jahre alten Freunde selbst kontrolliert worden (SVZ berichtete). Sie haben aber Sorge, dass der Platz den Jugendlichen und jungen Erwachsenen streitig gemacht werden könnte. „Und dann?“, fragt Philip Rosien. „Wo sollen die Jugendlichen dann hin? Es gibt keine Alternative.“ Nico Mundt ergänzt: „Sollen sie dann wie in Hagenow mit lauter Musik aus den Musikboxen durch die Straßen ziehen? Dann geht womöglich mehr kaputt.“

In Ludwigslust gibt es wenigstens den Skaterplatz, auf dem sich schon seit Jahren Jugendliche von zwölf oder 13 Jahren an und junge Erwachsene, Einheimische und Flüchtlinge treffen. Es sei der Punkt in der Stadt, wo man weiß, dass man jemanden trifft. Nach Meinung der beiden Jungs, die sich schon seit ihrer Schulzeit kennen, ist der Skater schon fast der ideale Treffpunkt. „Das Lindencenter ist in der Nähe, wo man schnell noch etwas einkaufen kann“, so Philip Rosien. „Außerdem liegt er relativ abgeschieden, es gibt kaum Nachbarn, die sich wegen Ruhestörung beschweren könnten.“ Die Vorschrift, dass der Platz nur bis 22 Uhr genutzt werden dürfe, hält er deshalb auch für ungünstig. „Wo soll man denn nach 22 Uhr hin?“

Natürlich müssten die Besucher versuchen, keine Schäden auf dem Platz anzurichten, so die beiden Freunde, wobei ihnen ohnehin nur ein Vandalismus-Fall aus jüngerer Vergangenheit bekannt sei. Und auch auf Ordnung müsste geachtet werden. Allerdings werde es ihnen bei Letzterem auch nicht leicht gemacht. „Früher gab es dort viel mehr Papierkörbe“, sagt Philip Rosien, der in Ludwigslust wohnt. „An einem Pavillon ist gar kein Abfallbehälter“, ergänzt Nico Mundt, der inzwischen in Hagenow lebt, aber häufig in Ludwigslust zu Besuch ist. „Und die Papierkörbe am anderen Pavillon sind hoffnungslos überfüllt.“

„Wir möchten niemanden vom Skaterplatz vertreiben“, betont Gilbert Küchler, Leiter des Polizeihauptreviers Ludwigslust, das in dieser Sache mit der Stadt zusammenarbeitet. Man wolle mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt bleiben, um gewissen Entwicklungen vorzubeugen. So habe man unter anderem mitbekommen, dass einzelne Personen versuchen, auf dem Platz Hierarchien aufzubauen. „Der Skaterplatz wird also weiter ein Schwerpunkt in unserer Streifentätigkeit bleiben“, so Küchler. Zudem werde über Veränderungen vor Ort nachgedacht, weil der starke Bewuchs die Sicht auf das Areal beeinträchtige. Ausgangspunkt der verstärkten Kontrollen seien vor einiger Zeit Störungen und Probleme im Umfeld der Jugenddisco in der Stadthalle und in deren Folge eine entsprechende Bitte von Jugendrat und Stadt gewesen.

Einige Jugendliche haben sich inzwischen offenbar einen anderen Treffpunkt gesucht – den Caravan-Stellplatz am Schloss. Allerdings ist diese Tatsache auch schon bis zur Polizei vorgedrungen. „Wir werden auch das in unserer Tätigkeit berücksichtigen“, so Gilbert Küchler.

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