Brenz : Wo sind denn die Störche?

Cindy Petermann verteilt an die Kleinen Sirup. Fotos: münchow
Cindy Petermann verteilt an die Kleinen Sirup. Fotos: münchow

Für Mädchen und Jungen der Kita „Bummi“ in Brenz startete gestern die traditionelle Projektwoche in freier Natur

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22. Juli 2014, 07:00 Uhr

„Da hinten fliegt ein großer Vogel. Das ist ein Adler, glaub’ ich“, ruft der kleine Maximilian ganz aufgeregt und hält sein Fernglas vor die Augen. Für den Fünfjährigen und 26 weitere Kinder aus der Brenzer Kita „Bummi“ begann am Montag die traditionelle Projektwoche. Was es damit auf sich hat, erklärt Kita-Leiterin Cindy Petermann: „Seit 2010 sind wir immer für eine Woche im Hilgenland in Neu Brenz außerhalb unserer Einrichtung. Die Kleinen lernen hier die Natur, das Leben von Tieren und Pflanzen kennen.“

Schon auf dem Weg ins Hilgenland, das der Gemeinde auch als Festwiese dient, haben die Mädchen und Jungen gestern Morgen Vögel gehört und beobachtet. Kaum angekommen, verteilte Cindy Petermann Kinderferngläser an die Kleinen. Dann ging es über den Feldweg auf eine angrenzende Wiese, wo Vögel beobachtet wurden. Zwar waren an diesem Vormittag die Störche aus dem nahen Horst nicht zu sehen, dafür aber in einiger Entfernung Kraniche.

„Wir lernen in dieser Woche, woher Störche und Kraniche zum Beispiel kommen, wohin sie zum Winter ziehen“, berichtet Kita-Leiterin Petermann. „Außerdem werden wir Farben der Natur sammeln: Gräser und Blätter. Die kleben wir dann auf Teller. So lernen die Kinder, welche Farben und Pflanzen es in der Natur gibt.“

Die Kita-Kinder, unter denen auch Hortkinder aus der Grundschule Neustadt-Glewe sind, verbringen in dieser Woche jeweils den ganzen Tag im Hilgenland. Sogar Mittagsschlaf wird hier in der großen Hütte gehalten. Das Essen liefert der Landwirtschaftliche Erzeugerring (L.E.R.) aus Brenz.

Zur Eröffnung der Projektwoche schaute gestern auch Bürgermeister Henry Topp vorbei. „Dieses Projekt ist so ziemlich einmalig“, meint Topp. „Wir sind stolz auf unsere Kita und deren gesamtes Team, das sich so etwas hat einfallen lassen. So lernen die Mädchen und Jungen die Natur viel besser kennen, als es in den Räumen möglich ist.“ Er dankte dem Team und dem Gemeindearbeiter Hans-Joachim Poddey, der u.a. Bänke, Decken und Geschirr ins Hilgenland brachte und praktisch zur Mannschaft gehört. „Auch dem L.E.R. danken wir für die Unterstützung“, so Topp.

Nachdem gestern die Vögel beobachtet waren, ging es zurück auf die Festwiese. Hier betätigte sich Cindy Petermann als Serviererin und kredenzte ihren Schützlingen in bunten Bechern erfrischenden Sirup. Wer genug getrunken hatte, konnte dann zum Klettern oder auf die Wippe. Hier achtete Lena darauf, dass alles gutging. Die 13-Jährige ist die Tochter einer der Erzieherinnen und hilft in den Ferien bei der Betreuung im Hilgenland. Während Lena noch nicht weiß, ob sie später in diesem Beruf arbeiten möchte, hat Fabienne (13), die ebenfalls hilft, schon recht klare Vorstellungen: „Ich möchte Erzieherin werden.“ Fabienne ist die Tochter der Kita-Leiterin.

Bürgermeister Henry Topp kündigte an, dass er in der Woche nochmals im Hilgenland vorbeischauen wird. Dann mit einer ganz besonderen Überraschung, wie er sagte. Die soll aber noch nicht verraten werden.

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