zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 09:21 Uhr

Wöbbelin : Wo Lehrer lernen können

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Morgen Seminar in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin / Vermittlung von Erfahrungen zum Projekt „Peacemaker“

von
erstellt am 21.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Am morgigen Donnerstag findet von 13.30 bis 15.30 Uhr in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin ein Seminar statt. Es richtet sich an Lehrer, Schulsozialarbeiter und andere Multiplikatoren. Unter anderem werden Erfahrungen von Grund-, Förder- und Regionalen Schulen zum Workshop „Peacemaker“ vermittelt.*

Die jeweils eineinhalbstündige Veranstaltung „Peacemaker“ ist für die Klassen vier bis sechs geeignet. Im ersten Teil gibt es einen Wissenstest zur Thematik „Krieg und Frieden“. Dabei müssen im Wettstreit Fragen zur Kriegs- oder Friedenssymbolik oder zur Geschichte mit A, B, C oder D beantwortet werden. Wenn jemand eine Frage nicht beantworten kann, gibt es noch den Erwachsenen-Joker. Im zweiten Teil des Workshops gestalten die Kinder Friedenstauben mit ihren Wünschen: Zur Auswahl stehen Tauben mit dem Wort „Frieden“ in 15 Sprachen. Sie werden anschließend laminiert und können an den jeweiligen Schulen oder auch am Friedensbaum im Park der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin aufgehängt werden. So können die Friedensbotschaften und Zukunftswünsche der Schüler vom Wind in die Welt hinaus getragen werden.


Ideen für jüngere Schüler entwickelt


„Viele Schulen des Landkreises, insbesondere aus Ludwigslust und Hagenow, nutzten die Angebote zur schulinternen Fortbildung (Schilf) in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Im Rahmen einer Lehrerweiterbildung wurden gemeinsam mit dem Workshopleiter Marcus Barwitzki Ideen für die Arbeit mit jüngeren Schülern entwickelt“, erklärt Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin.

„Hingucken und Einmischen“ ist ein Projekt der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin mit dem Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis. Es startete im Herbst 2014 und richtet sich an alle Menschen. In der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit an historischen Orten, unter anderem dem ehemaligen Lagergelände des KZ Wöbbelin, werden die Themen Diktatur und Demokratie angesprochen, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen einbezogen sowie Demokratie gefährdende Entwicklungen diskutiert.

„Die Mahn- und Gedenkstätten organisieren Fortbildungen zum KZ-System als Grundlage der NS-Diktatur, zum Rechtsextremismus in Westmecklenburg sowie die Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit rechtsextremistischen Organisationsformen in Jugend- und Bildungseinrichtungen“, sagt Ramona Ramsenthaler. Für Schüler und Jugendliche seien mehrere Workshopangebote entwickelt worden, die entweder an Schulen und Jugendeinrichtungen oder auch in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin stattfinden könnten. Verbunden würden sie dort mit einer Führung durch die neue interaktive Ausstellung zur Geschichte des KZ Wöbbelin. Aber immer gäbe es auch Praxisteile, in denen die Jugendlichen selbst aktiv werden und Buttons bzw. Plakate gestalten könnten, so die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten.

Die Bilanz der letzten drei Jahre kann sich sehen lassen. Mehr als 2000 Schüler nahmen jährlich an Workshops, Führungen, Projekttagen, Filmvorführungen und Zeitzeugengesprächen teil. Bisher kommen 70 Prozent der Schüler aus den achten bis elften Klassen. Neben den Workshops „Kampf um die Laterne“ und „Codes und Styles des Rechtsextremismus“ werden auch Jahresprojekte zur Spurensuche in der Region, Zeitzeugengespräche und Filmvorführungen zu verschiedenen Themen angeboten. In einem Filmprojekt des Ludwigsluster Goethe-Gymnasiums wird ab April am nächsten Dokumentarfilm „Spuren der Vergangenheit – Ludwigslust 1925 bis 1939“ gearbeitet. „Dank der finanziellen Zuwendung des Projektes durch die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin können die Workshops sowie auch Fachkräfte zur Unterstützung der Recherchen in Archiven, Referenten, Filmemacher sowie Buskosten gefördert werden“, unterstreicht Ramona Ramsenthaler.

* Anmeldungen zur morgigen Veranstaltung per Mail an: info@gedenkstaetten-woebbelin.de.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen