Ludwigslust : Wo Heldentum und US-Cars sich treffen

Oliver Voß (l.) und Daniel Kiekback, Hauptorganisatoren der Veranstaltung, stehen vor einem Ford Fairlane, Baujahr 1958, der 2012 zum Rennwagen umfunktioniert wurde.  Fotos: Franziska Meier
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Oliver Voß (l.) und Daniel Kiekback, Hauptorganisatoren der Veranstaltung, stehen vor einem Ford Fairlane, Baujahr 1958, der 2012 zum Rennwagen umfunktioniert wurde. Fotos: Franziska Meier

Am Wochenende fand zum zweiten Mal „Race of Heroes“ im Motodrom in Ludwigslust statt

svz.de von
19. Juni 2016, 19:00 Uhr

Das abgelegene Motodrom in Ludwigslust wirkte am Wochenende leicht aus der heutigen Zeit gerückt. Überall, wo man hinsah, entdeckt man amerikanische Oldtimer, in allen Größen, Farben und Formen bis Baujahr 1959. Grund dafür war das zweite „Race of Heroes“-Treffen, bei dem „Dirt Track Race“-Fans zusammenkamen, um mit ihren fahrbaren Klassikern gegeneinander Rennen zu fahren.

Die beiden Hauptorganisatoren und Ideenträger sind zwei gestandene Männer aus Pritzwalk, die bereits eine 13-jährige Freundschaft verbindet. „Dieser Sport stammt ursprünglich aus den USA“, erklärt der 34-jährige Daniel Kiekback. In den 30-er Jahren seien dort die sogenannten NASCAR-Rennen entstanden. Dabei sei es typisch gewesen, mit leicht frisierten Autos über abgesperrtes Gelände zu fahren. Am bekanntesten sei das Rennen am Strand von Daytona Beach, weiß Kiekback im SVZ-Gespräch. Er und sein Kumpel Oliver Voß seien durch Freunde auf die Szene aufmerksam worden, die sich wohl ab 2009 in Deutschland so richtig etabliert habe. Außerdem habe Kiekback schon immer ein Faible für alte Autos gehabt. Nicht umsonst sei er seit 2010 Inhaber einer Restaurationswerksatt für hauptsächlich Old- und Newtimer. „Mir haben es besonders die Chevrolet-Modelle von General Motors angetan. Die aus den 50-er Jahren“, verrät der Familienvater. Oliver Voß schmunzelt und kratzt sich nachdenklich am Bart. „Ich mag schöne Autos“, scherzt er schließlich. „Nein, ganz ehrlich, ich kann mich beim besten Willen nicht entscheiden. Ich liebe einfach alle amerikanischen Modelle im Retro-Look.“ Kiekback stimmt nickend zu. „Es ist immer wieder so: entweder Liebe auf den ersten Blick oder du lässt es bleiben.“

An dem Spektakel planten die beiden Jungs bereits ein halbes Jahr. „Man muss sehr viel im Vorfeld beachten und sich informieren. Aber dieses Mal ging das schon alles etwas flotter von der Hand als letztes Jahr. Da hatten wir noch nicht so viel Erfahrung. Wir wollen dieses Treffen in Zukunft weiterhin einmal im Jahr ausrichten. Denn es läuft alles sehr gut. Außer, dass unsere Wegweiser geklaut wurden. Das ist wirklich schade“, erzählt Kiekback, auf dessen Shirt die Bezeichnung „Big Boss“ prangt. „Ich bin der kleine Boss, weil ich eben auch von der Statur her kleiner bin. Habe aber genauso viel zu sagen“, flachst Voß rum. Der 40-Jährige habe seit März dieses Jahres eine eigene Musik-Bar in seiner Heimat eröffnet. „Dort ist es sehr entspannt und ich spiele nur Musik von echten Schallplatten“, erzählt der gelernte Tischler. Selber Rennen führe er aber nicht. Das Zuschauen sei für ihn schon spannend genug.

An den Ausscheiden teilnehmen dürfe jeder, dessen fahrbarer Untersatz nicht jünger als Baujahr 1959 sei und natürlich dem Sicherheitsreglement entspreche. „Die Automobile werden vor dem Start technisch abgenommen. Sie müssen einen Überrollkäfig, Gurte und Rennsitze haben“, erklärt Daniel Kiekback. Aber sonst seien Farbe und Marke des Autos unbedeutend. Selbst Kratzer oder Beulen seien vollkommen nebensächlich. Hauptsache, die Karre komme aus den Vereinigten Staaten und sei damit authentisch. Dieses Jahr sei sogar extra ein Teilnehmer aus der Schweiz angereist. „Unser diesjähriges ältestes Modell, das teilnimmt, stammt von 1925“, weiß Voß. Insgesamt waren 16 Rennfahrer am Start.

„Vor drei Jahren zeigten mir ein paar Kumpels dieses Motodrom. Ich fand es sofort super. Die Strecke ist immer anders, nach jedem Rennen verändert sie sich. Man könnte fast sagen, die Strecke lebt. Und das macht wiederum das Fahren auf ihr so besonders und einzigartig“, so Voß.


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