Neustadt-Glewe : Wo Fischotter, Biber und Eremit leben

Informierte über die Erstellung des Planes: Dirk Müller von der UmweltPlan GmbH.
Informierte über die Erstellung des Planes: Dirk Müller von der UmweltPlan GmbH.

Experten informierten auf der Burg in Neustadt-Glewe über Managementpläne für die Lewitz und den Neustädter See

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19. März 2018, 12:00 Uhr

Fischotter, Biber und Eremit gehts in der Lewitz gut. Das konnten die Teilnehmer einer Informationsveranstaltung jetzt auf der Burg in Neustadt-Glewe mitnehmen. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) Westmecklenburg hatte eingeladen. Hintergrund: Teile der Waldlewitz sind wegen des Naturschutzwertes als so genanntes Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung ausgewiesen. Das Gebiet soll deshalb ökologisch erhalten bleiben, europaweit geschützte Lebensraumtypen und Arten gesichert werden. Dazu wird bis Herbst 2018 ein Managementplan erarbeitet.

Genau um diesen Plan ging es nun auf der Burg. Nachdem Bernhard Fiedler und Alfons Terhalle vom Stalu in das Thema eingeführt hatten, erläuterte Dirk Müller von der mit der Planerstellung beauftragten Firma Umweltplan aus Stralsund die derzeitige Lage. Auf einer Bewertungsskala von „hervorragend, „gut“ und „schlechter“ haben sich die Bedingungen für Fischotter und Biber zwischen 2004 und 2016 von „schlechter“ auf „gut“ verbessert. „Dabei gibt es positive Entwicklungen, aber auch Defizite“, so Dirk Müller. Allerdings würde das Positive überwiegen . Gut für Fischotter und Biber seien die Gewässerstruktur, weniger gut dagegen eine intensive Gewässerunterhaltung und die Tatsache, dass Biber und Otter oft Straßen überqueren müssten. Auch der Eremit, ein Holzkäfer, habe dank zahlreicher Brutbäume gute Bedingungen.

Wie für die Lewitz wird auch für den Neustädter See ein Managementplan erarbeitet. Auch der See sei einschließlich eines durchschnittlich 100 Meter breiten Uferstreifens als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung ausgewiesen. „Der See zeichnet sich durch eine dichte lebensraumtypische Vegetation aus, die als Defizit allerdings auch Lücken aufweist“, erläuterte Dirk Müller. „Das weist auf Störungen hin, ebenso wie die Algenbildung im Sommer. Positiv sei in der Unterwasservegetation das Vorkommen des vom Aussterben bedrohten Strandlings. „Insgesamt ist der Zustand des Sees günstig, weil auch hier die positiven Merkmale überwiegen“, so Dirk Müller. Das gelte auch für den Lebensraum des Fischotters in Ufernähe.

Dirk Müller gab dann einen Überblick über mögliche Maßnahmen, die in den Managementplan sowohl für die Lewitz als auch den See aufgenommen werden könnten. Für Fischotter und Biber in der Lewitz sei unter anderem wichtig, dass es zu keiner Intensivierung der Gewässerunterhaltung komme und naturnahe Fließwasserstrukturen erhalten bleiben. Auch Renaturierung von Fließewässern, Pflanzung von Ufergehölzen mit hohem Strauchanteil sowie nur abschnittsweise Mahd der Uferböschung seien sinnvoll. Für den Eremiten sei der Erhalt von Brutbäumen sowie Verzicht auf weiträumigen Insektizideeinsatz wichtig.

Hinsichtlich des Neustädter Sees wies Dirk Müller unter anderem auf Badeanstalt, Stege und ufernahe Wanderwege sowie Angelnischen hin, die sich störend auf den Fischotter auswirkten. Mögliche Maßnahmen seien hier der Erhalt ufernaher Strukturen, der Verzicht auf weitere Baumaßnahmen und auf weitere touristische Erschließung. Hier meldete sich Bürgermeisterin Doreen Radelow zu Wort, die zwar darauf hinwies, dass die gute Qualität des Sees erhalten werden solle, aber auch sagte: „Wir wollen den See auch nutzen und werden keinen Zaun ziehen um zu sagen: ,Herzlich willkommen, Fischotter’“. Sie wolle, dass auf dem See auch künftig geangelt und gesegelt werden dürfe. Dirk Müller entgegnete, dass er diese Ängste nehmen könne und aufgrund des günstigen Zustandes des Sees keine Veranlassung bestehe, die Nutzung zu ändern.

Die Öffentlichkeit soll durch solche Veranstaltungen, wie auf der Neustädter Burg, in die Erstellung der Managementpläne einbezogen werden. Gleiches gelte für Eigentümer und Nutzer von Flächen, mit denen man das Gespräch suchen werde oder bereits führe, so Stalu-Dezernatsleiter Bernhard Fiedler.

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