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Ludwigsluster Tageblatt

12. Dezember 2017 | 13:27 Uhr

Ludwigslust : Wo es glüht, hämmert und surrt...

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Beim Festival der Kulturen drehte sich gestern alles um Europa

von
erstellt am 20.Jul.2016 | 22:09 Uhr

Wenn es im Innenhof des Ludwigsluster Zebef glüht, hämmert und surrt, dann ist endlich wieder „Kultival“. Bereits zum 15. Mal findet das Festival der Kulturen in diesem Jahr statt und führt in Form von Workshops und Erlebnisständen durch die europäische Kultur.

Knapp siebzig Kinder tummelten sich gestern im und ums Zebef, rannten begeistert von einer Station zur nächsten. Besonders beliebt war der Schmiedestand des Bauspielplatzes Schwerin – Sebastian Kroll und Janina Muchalski hatten alle Hände voll zu tun. Die beiden Betreuer halfen den Jugendlichen, aus handelsüblichen Nägeln kleine kunstvolle Anhänger zu schmieden. „Dafür erhitzen wir den Nagel auf 1000 bis 1500 Grad. Dann wird das Metall weich und kann in Form geschlagen werden“, erklärt der 35-jährige Kroll. Das Schmieden hat er sich selbst beigebracht und versucht nun seit fünf Jahren, Kindern dieses Handwerk näher zu bringen.

Die elfjährige Sahra Schütz von der Regionalen Schule Friedrich Rohr in Grabow hat sich beispielsweise für eine Herzform entschieden. Für sie ist es der erste Projekttag bei so einem Kultival – doch wahrscheinlich nicht der letzte. Innerhalb kürzester Zeit hat die Elfjährige bereits gefilzt, geschmiedet und Bogenschießen geübt. Die Möglichkeit zu letzterem haben die Jugendlichen im Obergeschoss.

Bogenschießen drinnen ist zwar ungewöhnlich, funktioniert aber genauso gut wie draußen. Claus-Peter Raguse und Heinz Jauert vom Schützenverein Lindenstadt Ludwigslust betreuen den Stand und freuen sich über das rege Interesse. „Seit drei Jahren gibt es die Bogenschieß-Sparte bei uns im Verein“, sagt der 55-jährige Raguse. Und der Sport wird immer beliebter. Vielleicht, weil Bogenschießen „jeder erlernen kann, der einen Bogen halten kann“ und damit sowohl der Geist als auch der Körper trainiert wird. Ob jung oder alt, der Sport ist gut für die Haltung und den Rücken. „Ich selbst bin dazu gekommen, weil ich etwas gegen meine Rückenschmerzen tun wollte“, gibt Raguse zu.

Auch die Jugendlichen scheinen ihre Freude zu haben. Manche zeigen sogar wahres Naturtalent wie die zwölfjährige Fenja Fürstenberg aus Grabow. Bei ihren drei Schüssen traf sie jedes Mal in die Mitte der Zielscheibe und erreichte so die Höchstringzahl von 30. Heinz Jauert zeigte sich begeistert: „Sie hat eine tolle Körperhaltung, da könnte sich mancher Profi noch was von abschneiden.“ Der Schützenverein bemüht sich bereits, die Zwölfjährige als neues Mitglied zu gewinnen.

Ein weiteres sportliches Schmankerl des 15. Kultivals des Zebef ist die Funsportart Jugger. Eine Mischung aus Gladiatorenkämpfen und American-Football. So martialisch die Sportart auch aussehen mag, so ungefährlich ist sie doch. Die Waffen, mit denen die Jugendlichen einander außer Gefecht zu versetzen suchen – Pompfen genannt – sind nämlich aus Schaumstoff. Der Sport fördert die Koordination und Teamwork – und macht den Lehrern die Kontrolle über die Schüler leichter. Denn nach dem vielen Rennen sind sie platt.

Heute bekommen nochmal sechzig Schüler die Möglichkeit, sich im Zebef auszutoben und ganz nebenbei etwas über die europäische Kultur zu lernen – bevor es in die verdienten Sommerferien geht.

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