Techentin : Wo der Kies das Grundwasser reinigt

Wassermeister Andreas Lemke gewährt einen Blick in die Entsäuerungsanlage.
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Wassermeister Andreas Lemke gewährt einen Blick in die Entsäuerungsanlage.

Führungen am Weltwassertag: Techentiner Werk versorgt 4500 Haushalte

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22. März 2017, 21:00 Uhr

Wer findet den ersten Wassertropfen? Schnell laufen Luise und Helen hinauf auf den mit Gras bewachsenen Hügel des Wasserspeichers. Aber weder hier oben im Freien noch drinnen im Werk stoßen die beiden sechsjährigen Mädchen auf das erhoffte Wasser. Überall nur Rohre, Tanks und Pumpen. Erst als Wassermeister Andreas Lemke vor der Filteranlage einen Schalter umlegt, tröpfelt es aus einer Leitung.

Wie viele Wasserversorger öffnete gestern am Weltwassertag auch das Wasserwerk der Stadtwerke Ludwigslust-Grabow seine Türen. Vor allem Schulen und Kindergärten nutzten das Angebot für Führungen. „Ich finde das super“, sagt Ulrike Kalas. „So bekommen die Kinder mal ein Gefühl dafür und erfahren, wo das Wasser wirklich herkommt.“ Die Mutter war mit ihrer Tochter Luise und deren Freundin ins Werk nach Techentin gefahren. Von Wassermeister Lemke erfahren die Kinder, dass das Wasser aus sieben 150 Meter tiefen Brunnen im Wald nach oben zum Werk gepumpt wird. Hier fließt es durch Kessel, in denen tonnenweise Kies lagert, der das Wasser reinigt. Optisch unterscheiden sich das Rohwasser aus den Brunnen und das Reinwasser aus der Filteranlage nicht. Was der Kies als Filter leistet, erkennen die Kinder erst am Inhalt von zwei gläsernen Säulen. Der Kies ist nach der Filterung vom herausgefilterten Eisen und Mangan schwarzbraun gefärbt.

Etwa 4500 Haushalte zwischen Ludwigslust, Grabow, Groß Laasch und Niendorf erhalten aus diesem Techentiner Werk der Stadtwerke ihr Trinkwasser. Jährlich fließen von hier etwa 850  000 bis 1 Million Kubikmeter Wasser ins Leitungsnetz. Der Verbrauch schwanke stark zwischen täglich 2200 Kubikmeter im Winter und 4000 im Sommer. Sorgen, dass das Grundwasser in den Böden durch die Landwirtschaft belastet ist, muss hier niemand haben, so Lemke. „Dafür sind die Brunnen viel zu tief.“

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