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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 17:08 Uhr

Ludwigslust : Wo blieb der Treppenturm ab?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Baugerüst nach Bauarbeiten in Güritzer Wehranlage verschwunden / Vorwurf gegen Unternehmer vor Gericht wegen Unterschlagung

svz.de von
erstellt am 21.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Ein Turm ist weg, genauer gesagt: ein Treppenturm. Und der ist jetzt sogar ein Fall für das Gericht. Vorwurf der Anklage gegen Unternehmer Thomas H.: Er soll besagten Treppenturm unterschlagen haben.

Der Fall: Im Jahre 2011 gab es Bauarbeiten an der Wehranlage Güritz (Müritz-Elde-Wasserstraße). In einem Becken der Anlage hatte ein Gerüstbauunternehmen einen sogenannten Treppenturm aufgebaut: ein 2,50 m langes und 1,50 m breites sowie fast acht Meter hohes Gerüst mit einer Treppe, über die Arbeiter auf den Boden des Becken gelangen konnten. Dieser Treppenturm war im Auftrag des Unternehmers Thomas H. errichtet worden, dessen Firma hier Arbeiten durchführte und den Turm praktisch gemietet hatte. Daneben hatte die Gerüstbaufirma im Becken noch Baugerüste für ein anderes an den Arbeiten beteiligtes Unternehmen aufgestellt.

Am 11. November 2011 waren die Arbeiten wohl soweit beendet, dass die Gerüste abgebaut werden sollten. Doch wer was an diesem Tag abbaute, scheint völlig unklar. Wie der Chef der Gerüstbaufirma gestern im Ludwigsluster Amtsgericht versicherte, wurden Arbeiter nach Güritz mit dem Auftrag geschickt, die Baugerüste abzubauen und zurück ins Firmenlager zu transportieren. Mit einer Ausnahme: Der Treppenturm sollte im Becken bleiben. „Der Gerüstturm war nicht freigemeldet worden.“

Alle drei Arbeiter, die damals am Gerüstabbau beteiligt gewesen sein sollen, bestätigten am gestrigen Dienstag als Zeugen vor Gericht, dass sie zwar die anderen Gerüste, nicht aber den Treppenturm abgebaut hätten. Und: Sie wären nur zu Dritt beim Abbau gewesen, dazu der Kranführer eines anderen Unternehmens.

Nach jenem Tag soll der Treppenturm der Gerüstfirma verschwunden und erst anderthalb Jahre später wieder aufgetaucht sein: Auf einer Baustelle des Unternehmers Thomas H. wollte ein Mitarbeiter der Gerüstbaufirma den vermissten Treppenturm gesehen haben.

Das alles weist die Verteidigung von Thomas H. energisch zurück. Sein Anwalt Dietrich Monstadt gestern gegenüber SVZ: „An jenem 11. November 2011 wurde auch der Treppenturm abgebaut. Beteiligt waren nicht nur Arbeiter der Gerüstbaufirma, sondern auch meines Mandanten. Ein Lkw der Gerüstbaufirma transportierte alles ab. Wir werden das alles beweisen können.“

Monstadt zweifelte offensichtlich auch an, dass die gestern vor Gericht erschienenen Gerüstbauarbeiter am 11. November 2011 überhaupt in Güritz dabei waren.

Mit Blick auf einen der Zeugen sagte Monstadt vor Gericht: „Er war da nicht, sonst müsste er sich erinnern.“ Monstadt spielte in diesem Fall konkret darauf an, dass sich der Mann vor Gericht nur schlecht an die Örtlichkeit rund um die Wehranlage erinnern konnte. Auch seine beiden Kollegen hatten unter anderem Probleme, den Weg nach Güritz zu beschreiben.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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