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Ludwigsluster Tageblatt

20. Oktober 2017 | 03:45 Uhr

Dömitz : Wo Adebar dem Frosch nachstellt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Amphibienlehrpfad rund um die Dömitzer Festung eröffnet/ Blick auf einzigartige Laich- und Lebensräume

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2014 | 10:31 Uhr

Die Stadt Dömitz, die Elbtalaue und die Griese Gegend sind seit dem gestrigen Sonntag um eine bedeutende Attraktion in einer einzigartigen Kombination von Naturlandschaften reicher: Bürgermeisterin Renate Vollbrecht eröffnete gemeinsam mit den Mitgliedern des BUND-Landesvorstandes in MV, Arndt Müller und Thomas Blaudszun, sowie der Vorsitzenden der Dömitzer BUND-Ortsgruppe, Waltraud Nowe, den Amphibienlehrpfad Festung Dömitz. Nach der Einrichtung von Schutzdurchlässen für diese Tierarten im Jahre 2005 - entlang und unter Straßen hindurch - ist es das zweite große Schutzvorhaben für Amphibien in der Dömitzer Region. Im Gegensatz zur Maßnahme von vor neun Jahren mit 380 000 Euro fällt der Lehrpfad mit der zusätzlichen Einrichtung von zwei Vernässungsbereichen in der Gesamthöhe von 20 000 Euro eher gering aus. Trotzdem kommt diesem jüngsten Tierartenschutzprojekt eine gleich bedeutende Wertigkeit zu, meint die mit der Projektplanung beauftragten Biologin Krista Dziewiaty. Das Gesamtprojekt ist in Kooperation mit dem BUND in MV und dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe installiert worden.

Nutzer des Amphibienlehrpfades können an acht markanten Stellen der Wanderstrecke rund um die Dömitzer Festung bei einem Blick auf entsprechende Schautafeln erfahren, was alles im weiten Grün der Überflutungsfläche des Elbevorlandes zwischen Festung und der Zuwegung zum Pegel am Elbedeich kreucht und fleucht. Zum einen sollen tatsächlich See- und Moorfrosch, Rotbauchunke, Knoblauchkröte und Co. in ihren Rückzugs- und Laichgebieten geschützt werden. Zum anderen möchten die BUND-Projektplaner gleichzeitig erreichen, dass die Population von Weißstörchen gestärkt wird, wie Thomas Blaudszun informierte. Frösche, Mäuse und andere Kleintiere sind natürliche Nahrungslieferanten für Störche. Verschwinden diese Energiequellen, bleibt auch Freund Adebar mangels Futterquellen weg. Oder Alttiere werfen deshalb sogar ihren Nachwuchs aus der Not heraus aus dem Nest.

Dieser Notstand könnte sich auch in diesem Jahr erneut einstellen, befürchtet Waltraud Nowe. Das Elbeflussbett bietet dem Betrachter bereits seit längerer Zeit große Sandbänke, die Vorflutflächen und damit die Laichplätze liegen trocken. Viele Amphibien erreichen nicht mehr rechtzeitig den fast immer feuchten Festungsgraben. Damit beginnt das große Absterben des Laichs, beklagt die Tierschützerin. Abhilfe soll jetzt die künstlich angelegte, rund 2000 Quadratmeter umfassende Nassstelle und eine zweite stark renaturierte Feuchtfläche bringen, hofft Biologin Dziewiaty darauf, dass der Festungsgraben zukünftig nicht allein die einzige Rückzugsalternative für die Amphibien und ihren Laich bleibt. Zum Amphibienlehrpfad wird der BUND MV demnächst auch Informationsschriften für Schüler anbieten, hieß es gestern in Dömitz am BUND-Infostand.


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