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Kummeraner sammeln Erinnerungen : „Wir rollen durch die Zeit“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Brottaschen, Milchkannen, Fotos, Doppelstockbett: Zum 80. Geburtstag ihrer Kita sammeln Kummeraner Erinnerungsstücke für eine historische Ausstellung

von
erstellt am 15.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Die ersten Ausstellungsobjekte sind schon da. Drei braune Brottaschen baumeln über der Heizung im Büro von Kita-Leiterin Hannegret Genz. „Sie sind einfach vergessen worden. Irgendwann vor 30 oder 40 Jahren“, sagt sie und weiß sogar noch von wem. „Die Besitzer sind längst alle selber Papas“, erzählt sie. „Und ihre Söhne und Töchter waren auch schon bei uns.“ Am 11. Juni wird sie sie alle wiedersehen. Wenn die Kita „Micky Maus“ ihren 80. Geburtstag feiert, dann kommt das ganze Dorf – da ist sich Hannegret Genz sicher. Schon heute rufen ihr Kummeraner Frauen auf der Straße zu, dass sie Kuchen zum Fest backen und noch alte Fotos mitbringen. „Wir rollen durch die Zeit“, sagt Hannegret Genz. Das wird auch der Titel der Ausstellung, für die das Kita-Team Zeitzeugnisse sammelt. Eine weiße Kittelschürze mit Flatterärmeln, die früher jede Erzieherin trug, ist darunter. Auch eine Kanne, in der die Bauern früher die Milch für die Kinder vorbeibrachten. Sogar die alten von Erwin Bollow selbst gebauten Doppelstockbetten wird die Kita-Leiterin für die Ausstellung wieder aus der Scheune holen. „Fast jeder hier im Dorf verbindet Erinnerungen und Geschichten mit dem Haus“, sagt die Leiterin. Vor einem halben Jahrhundert war sie selbst Kind in diesem Kindergarten. „Dass ich die Einrichtung mal leiten würde, wäre mir nie im Traum eingefallen.“ Eigentlich wollte sie beim Tierarzt arbeiten. Doch ihr Vater überzeugte sie von der Ausbildung zur Kindergärtnerin: „Menschen sind spannender als Tiere.“ 1978 kam Hannegret Genz als junge Erzieherin in die Kummeraner Kita. Nur ein Jahr später wird sie deren Leiterin. „Seitdem ist viel passiert. Die Kinder vor 30 Jahren sind nicht mehr die Kinder von heute. Unsere Arbeit mit ihnen hat sich komplett verändert.“ Eines sei immer geblieben: Der Respekt voreinander und die Liebe zu dem, was man tut. „Wenn man seinen Beruf liebt, dann ist man offen für neue Ideen.“

So arbeitet der Kindergarten seit gut einem Jahr nach dem pädagogischen Konzept der offenen Arbeit. Die Kinder sind nicht mehr in feste Gruppen eingeteilt, sondern spielen und arbeiten jahrgangsübergreifend miteinander. Und: Sie entscheiden selbst, welche Angebote sie an dem Tag mitmachen.

Über die pädagogische Arbeit berichten die Erzieherinnen auch auf dem Fest am 11. Juni. Die Einladungen dazu sind bereits geschrieben und werden in dieser Woche in die Kummeraner Briefkästen geworfen. Von den Kindern und ihrer Leiterin persönlich.

 

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