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Skaterpark Ludwigslust : „Wir lassen uns nicht vertreiben“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Jugendliche verteidigen Skaterplatz weiterhin als Treffpunkt Nummer Eins in Ludwigslust. Die Stadt will weitere mögliche Orte prüfen lassen

svz.de von
erstellt am 14.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Wenn sich Denny Baumann auf den Weg zum Skaterplatz macht, kann er sich sicher sein, dass er dort immer seine Freunde trifft. Für den 23-Jährigen aus Ludwigslust und viele andere Jugendliche und junge Erwachsene ist der Skaterplatz der Treffpunkt Nummer 1 in der Lindenstadt. Dass dieser in der jüngsten Vergangenheit immer öfter in die Schlagzeilen geraten ist, vor allem im Zusammenhang mit Drogen und Gewalt, dagegen wollen sich die Jugendlichen wehren. „Und wir wollen von hier nicht vertrieben werden, sonst haben wir keinen Ort mehr für uns“, so Denny Baumann.

Seit ungefähr vier Jahren trifft sich die Gruppe um Denny Baumann regelmäßig auf dem Skaterplatz. Darunter vor allem Schüler der Lenné-Schule, aber auch Auszubildende und Berufstätige. „Wir sind eine von drei größeren Gruppen hier auf dem Skater. Wenn alle da sind, sind wir ungefähr 20 Leute“, erklärt Carolin Heideprien, die als Erzieherin in Ludwigslust tätig ist. Für sie und die Anderen sei die Gruppe eine Art zweite Familie. „Und deshalb ist der Wirbel um den Platz auch belastend für uns. Wir haben nichts mit Drogen am Hut, zetteln keine Streitereien an und wollen einfach nur unsere Freizeit genießen“, so die 20-Jährige.

Dass der Skaterplatz als gefährlich gilt, kann die Gruppe nicht wirklich nachvollziehen. „Natürlich gibt es immer mal Leute, die aus der Reihe tanzen. Aber die sind dann nach einigen Tagen auch wieder weg und suchen sich andere Plätze“, erklärt Denny Baumann. Das Thema sei jedoch so präsent, dass der 23-Jährige selbst von Nachbarn und Kameraden aus der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigslust darauf angesprochen werde.

Dass andere Plätze für Jugendliche in der Stadt rar sind, hatten auch die Teilnehmer des Kommunalen Planspiels erkannt und eine Spiel-Beschlussvorlage dazu verfasst. Diese Vorlage griff die CDU auf und brachte sie in die „echte“ Stadtvertretersitzung. Eine klare Mehrheit sprach sich für den Antrag aus, den laut Birgit Wulf (CDU) auch SPD und Linke mit unterstützten. Damit wurde Bürgermeister Reinhard Mach beauftragt, gemeinsam mit dem Jugendrat zu prüfen, ob und an welchen Stellen im Stadtgebiet weitere Kommunikationstreffpunkte für Jugendliche geschaffen werden könnten. Diese sollen dann bis Ende 2020 nach und nach entstehen. Dazu ist eine Prioritätenliste aufzustellen und zu prüfen, ob Fördermittel genutzt werden können. Deutlich wurde aber auch, dass im Gespräch mit den Jugendlichen noch ein anderes Thema besprochen werden muss. Man müsse solche Lösungen finden, dass der städtische Bauhof nicht jeden Morgen mit Besen und Schaufeln dorthin fahren muss, um Ordnung zu schaffen, meinte Reinhard Mach. Im Jugendrat seien der Skaterplatz und andere mögliche Treffpunkte seit Längerem immer wieder ein großes Thema, betonte Olaf Schmidt, Fachbereichsleiter Jugend und Familie der Stadt Ludwigslust, gegenüber SVZ.

Bürgermeister Reinhard Mach verschaffte sich kürzlich persönlich ein Bild von der Situation auf dem Skaterplatz. „Ich habe mich mit den jungen Leuten zusammen gesetzt und mir angehört, was ihre Ideen und Vorschläge für den Platz wären.“ Und Ideen gibt es viele. „Es muss auf jeden Fall sauberer werden, wir brauchen mehr Mülleimer und auch einen Aschenbecher. Außerdem sind die Laternen seit Wochen kaputt, da müssen wir uns jetzt immer mit dem Handylicht helfen“, erklärt Carolin Heideprien. Sie und ihre Freunde wären auch bereit, regelmäßig Müllsammelaktion durchzuführen. „Dieser Platz ist uns wirklich wichtig, das wollen wir nicht verlieren.“

Noch in diesem Jahr ist deshalb ein Treffen mit den Jugendlichen, Vertretern der Stadt und Polizei sowie Zebef-Mitarbeitern geplant.

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