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Ludwigsluster Tageblatt

26. September 2017 | 10:58 Uhr

Ludwigslust : Windräder über dem Schlosspark

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigsluster Stadtvertreter sehen Wöbbeliner Windparkpläne kritisch. Die befürchten eine Beeinträchtigung des historischen Bildes.

von
erstellt am 18.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Windräder über den Baumwipfeln hinter dem barocken Ludwigsluster Schloss – ein schwer vorstellbarer Anblick für alle Liebhaber der historischen Stadtkulisse. Der Ludwigsluster Stadtvertreter Heiko Böhringer hat in dieser Woche genau diese Situation beschrieben, wenn die benachbarte Gemeinde Wöbbelin ihre Windparkpläne in die Tat umsetzen sollte. „Wenn man zwischen Stadtkirche und Schloss an der B 5 steht, dort wo mal das Schreibwarengeschäft ,Tintenfleck‘ war, und man blickt zum Schloss hinüber, werden die Windräder auf der rechten Seite deutlich zu sehen sein“, erklärte er den anderen Stadtvertretern. Hintergrund der Diskussion war die Stellungnahme der Stadt Ludwigslust zu den Windparkplänen der Wöbbeliner.

„Wir schreien nicht alle Hurra zu dem Vorhaben“

„Wir schreien nicht alle Hurra zu dem Bauvorhaben“, bestätigte auch Birgit Wulf, die Fraktionsvorsitzende der CDU. Man habe sich in den Ausschüssen zu den Wöbbeliner Windparkplänen positioniert. Die Gesamtaussage der Stellungnahme sei nicht positiv, so die Fraktionsvorsitzende. Das Erscheinungsbild des Schlossparkes dürfe nicht beeinträchtigt werden, unterstrich auch die Fraktionsvorsitzende der Linken, Melitta Roock. Das sei in die Stellungnahme auch gut eingearbeitet worden. Inzwischen liege auch die Stellungnahme des Vereins Mahn- und Gedenkstätten vor, dessen Mitglied die Stadt Ludwigslust sei. Hier geht es speziell um eventuell zu erwartende Beeinträchtigungen der Würde der Gedenkstätten durch die Windräder.

Heiko Böhringers Visualisierung des zu erwartenden Zustandes geht von dem Standpunkt zwischen Stadtkirche und Schloss aus. Er stellt die Sichtbarkeit der Wöbbeliner Windkraftanlagen unter Zuhilfenahme des Strahlensatzes und Vergleichsmarken dar. In etwa einem Kilometer Entfernung beginnt die Baumsilhouette des Schlossparkes. „Ein 50 Meter hoher Bahnfunkmast steht in zwei Kilometern Entfernung und ist deutlich über den Bäumen zu sehen“, so Böhringer. Eine 200 Meter hohe Windkraftanlage in sechs Kilometern Entfernung liege in der Sichtachse deutlich über der Baumsilhouette.

Die Beeinträchtigung des Gesamtbildes der historischen Bausubstanz treibt die Ludwigsluster Kommunalpolitik nicht erst seit gestern um. Bereits 2013 hatte Bürgermeister Reinhard Mach auf einer Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg die Berücksichtigung historisch wertvoller und denkmalgeschützter Stadtensembles, insbesondere der schützenswerten Sichtachsen am Beispiel Ludwigsluster Alexandrinenplatz-Schloßplatz und Schlosspark-Schloss-Stadtkirche als Ergänzungsvorschlag zum Kriterienset für die Windkrafteignung eingebracht. Der Teilflächennutzungsplan „Windkraftnutzung“ der Gemeinde Wöbbelin erstreckt sich beiderseits der Landesstraße L 072 (ehemalige B 106) zwischen Wöbbelin und Ludwigslust. Die ursprüngliche Planung sieht eine Errichtung von vier Windkraftanlagen vor. Die Genehmigung soll mittels Zielabweichungsverfahrens erreicht werden.

 

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