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Ludwigslust : Windpläne: Denkmalschutz redet mit

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Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Landesamt fordert großen Abstand von Windrädern zu bedeutenden Denkmälern / Gebietskulisse für Eignungsräume kann sich noch deutlich ändern

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2016 | 19:00 Uhr

Der Blick in das Kartenwerk zeigt es: Die Gebietskulisse für Windeignungsgebiete hat sich im Vergleich zur informellen Vorabbeteiligung noch einmal deutlich verändert. Einige Gebiete sind aus dem Entwurf für das neue Regionale Raumentwicklungsprogramm ganz herausgefallen, andere wurden deutlich kleiner.

In der Nähe des Ludwigsluster Heldenhains soll es nach derzeitigem Stand keinen Eignungsraum geben, auch die Areale nördlich von Ludwigslust und südlich von Beckentin im Amt Grabow sind herausgenommen worden. Das vorgeschlagene Windgebiet zwischen Bresegard bei Eldena und Glaisin ist deutlich kleiner geworden. „Bestimmte Parameter hatten wir in der Vorabbeteiligung noch nicht berücksichtigt“, erklärt Rolf Christiansen, Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg. „Das gilt zum Beispiel für den Mindestabstand von 2,5 Kilometern zwischen einzelnen Gebieten.“ War dieser Abstand nicht gewährleistet, sei in der Regel das kleinere Gebiet herausgenommen worden. Auch die Vorgabe, Wohngebiete nicht mit Windrädern zu umzingeln, war erst im jetzigen Entwurf berücksichtigt worden. Im Zuge der derzeit laufenden ersten Stufe der öffentlichen Beteiligung sind nach Aussage des Planungsverbandsvorsitzenden weitere Änderungen denkbar.

Spannend werde es vor allem rund um Ludwigslust. „Es liegt eine Stellungnahme des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege vor, dass die Region rund um das Flächendenkmal Ludwigslust großräumig von Windenergieanlagen freigehalten werden sollte“, so   Christiansen. „Wir müssen sehen, wie wir damit umgehen. Schließlich kann das dann nicht nur für Ludwigslust, sondern muss auch für andere bedeutsame Denkmale gelten.“ Und davon gibt es in Westmecklenburg einige. Er könne sich nicht vorstellen, dass das Ansinnen des Landesamtes in dieser Deutlichkeit zum Tragen kommt. „Dann wären kaum noch Flächen übrig“, so Christiansen. „Aber natürlich muss man vor diesem Hintergrund genau schauen, welches Gebiet man ausweist, um das jeweilige Denkmal am wenigsten zu beeinträchtigen.“

Fakt ist: „Fällt ein Gebiet raus, müssen wir ein anderes aufnehmen, weil wir der Windenergie substanziellen Raum einzuräumen haben“, betont Rolf Christiansen. Das würden dann in erster Linie jene Gebiete sein, die jetzt als Potenzialsuchräume in der derzeit vorliegenden Karte dargestellt sind.

Das Nebeneinander von vorgeschlagenen Windeignungsgebieten (weiß dargestellt) und Potenzialsuchräumen (schraffiert) in der Karte habe bei vielen Bürgern für Verwirrung gesorgt, so der Planungsverbandsvorsitzende. „Aber lieber jetzt ein bisschen Verwirrung als später die ganze große Überraschung, woher wir ein Gebiet plötzlich genommen haben.“

Noch bis 30. Mai haben Bürger, Gemeinden, Behörden und Verbände Zeit, ihre Einwendungen und Bedenken zur vorgelegten Planung zu äußern. Das kann online, per E-Mail, schriftlich oder zur Niederschrift erfolgen. Interessant seien dabei aber nur solche Aspekte, die raumordnerische Bedeutung haben, so Christiansen. „Die Grundsatzfrage ,Ja oder Nein’ ist bereits entschieden – durch die Privilegierung der Windenergie im Baugesetzbuch. Das ist unser Handlungsrahmen.“ Als Orientierung könnten somit die Kriterien dienen, die sich der Planungsverband für Windeignungsgebiete gegeben hatte. Horste von Großvögeln etwa, Entfernungen zu Wohnsiedlungen und Einzelgehöften oder Naturschutzgebiete.

Mehr als 200 Stellungnahmen hat die Verbandsgeschäftsstelle bereits erhalten. „Wir rechnen aber mit mehr als 1000“, so Rolf Christiansen. Jede einzelne werde ausgewertet und abgewogen. Ende November soll die Verbandsversammlung dann über die Abwägung entscheiden und den 2. Entwurf des Raumentwicklungsprogramms beschließen, so dass Anfang 2017 die nächste Beteiligungsrunde startet. 

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