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Ludwigsluster Tageblatt

24. November 2017 | 06:53 Uhr

Alt Krenzlin : Windkraft teilt die Gemeinde

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Alt-Krenzliner Bürgermeister plädiert für Eignungsgebiet in der Gemeinde / Gegenkandidat Karl-Heinz Woelk kämpft dagegen

svz.de von
erstellt am 09.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Die Windenergie wird in der Gemeinde Alt Krenzlin zum Wahlkampfthema. Die Bürgerinitiative Alt Krenzlin, Bürgermeisterkandidat Karl-Heinz Woelk und ein Teil der Einwohner wollen keine Windkraftanlagen vor der eigenen Haustür. Bürgermeister Rainer Schmidt, der erneut für das Amt kandidiert, ist für ein Windeignungsgebiet in der Gemeinde und sicher, einen anderen Teil der Bürger hinter sich zu haben.

Streit um die Windkraft ist für die Alt-Krenzliner nicht neu. Im Jahr 2005 sollte in der Gemeinde schon einmal ein Windeignungsgebiet ausgewiesen werden. „Als wir davon erfuhren, haben wir unsere Bürgerinitiative gegründet“, erklärt Karl-Heinz Woelk, der vor rund 14 Jahren aus Nordrhein-Westfalen nach Loosen gezogen war. 2007 war das Windeignungsgebiet vom Tisch – bis zum vergangenen Jahr. Da begann der Regionale Planungsverband Westmecklenburg über lockerere Kriterien für die Ausweisung von Eignungsgebieten zu diskutieren, um damit einer Forderung des Landes nachzukommen. Und diese ursprünglich angedachten Kriterien – zum Beispiel bezüglich der Abstände zur Wohnbebauung – haben auch Krenzliner Flächen wieder zu einem potenziellen Windeignungsraum gemacht. Zum Leidwesen von Karl-Heinz Woelk und seinen Mitstreitern.

„Wir sind generell gegen Windenergieanlagen in der Gemeinde, weil sie die Lebensqualität der Einwohner einschränken“, sagt der 72-Jährige. Zudem würden sie ein Vogelparadies gefährden. „Hier kann man sogar Kraniche und Rotmilane beobachten.“ Photovoltaikanlagen wären eine andere erneuerbare Energiequelle, für die aber keine 1500 Kubikmeter Stahlbeton im Boden versenkt werden müssten. Eine Umfrage unter rund 180 Gemeindebewohnern im Februar habe ergeben, dass rund 90 Prozent gegen Windräder in der Gemeinde sind. Auch wenn das keine repräsentative Umfrage war, würde sie ein Stimmungsbild zeichnen, zumal das Ergebnis mit einer Befragung aus dem Jahr 2005 übereinstimmt, so Woelk. „Damals waren mehr als 400 Bürger befragt worden.“

Die Gemeindevertretung hat sich noch nicht entschieden. Bürgermeister Schmidt wäre aber für ein Windeignungsgebiet in der Gemeinde – aus finanziellen Gründen, wie er unumwunden zugibt. „Unsere finanzielle Lage ist nicht gut, und ich sehe für die Zukunft keine anderen Möglichkeiten, zusätzliche Einnahmen zu realisieren“, so der Alt-Krenzliner. „Wir haben noch einiges vor. Straßenlampen und Bürgersteige sind zum Teil aus den 1970er-Jahren.“ Und noch etwas spricht für ihn dafür, sich um ein Windeignungsgebiet in der Gemeinde zu bemühen. Mehrere Gemeinden in der Region – etwa Warlow, Göhlen und Eldena – haben bereits offiziell Interesse an Eignungsgebieten angemeldet. „Ob die Windräder dann zwei oder vier Kilometer entfernt sind, ist egal. Wir sehen sie. Dann sollten wir davon auch etwas haben.“

Karl-Heinz Woelk möchte, dass sich die Gemeindevertretung zu diesem wichtigen Thema noch vor der Wahl positioniert. Die Wähler sollen wissen, wer für welche Strategie steht. Deshalb hat er gemeinsam mit einem weiteren Gemeindevertreter seiner Wählergruppe eine Sitzung gefordert, auf der eine entsprechende Abstimmung erfolgen soll. Die Sitzung findet am Montag ab 19 Uhr in Neu Krenzlin statt. Bürgermeister Schmidt ist für einen anderen Weg. Er möchte die Wähler am 25. Mai mit abstimmen lassen, ob sie für oder gegen Windräder in Alt Krenzlin sind. „Wenn eine Mehrheit dagegen ist, halten wir uns daran“, betont er. „Es ist also unsere Aufgabe, die Leute zu überzeugen.“

Am heutigen Freitag können die Bürger beiden Bürgermeister-Kandidaten auf den Zahn fühlen. Um 19 Uhr beginnt in Alt Krenzlin eine Veranstaltung, auf der sie sich vorstellen. Dazu sind die Einwohner aller Ortsteile eingeladen.


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