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Ludwigsluster Tageblatt

20. November 2017 | 05:17 Uhr

Alt Krenzlin : Windkraft sorgt für Zwiespalt

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gemeindevertretung Alt Krenzlin lehnt Bürgerantrag gegen Windräder ab – offiziell aus formellen Gründen

von
erstellt am 20.Apr.2016 | 17:04 Uhr

Die Gemeindevertretung von Alt Krenzlin hat einen Antrag von 41 Einwohnern abgelehnt. Sie wollten erreichen, dass sich die Gemeinde gegen die Errichtung von Windkraftanlagen auf ihrem Gebiet ausspricht. Offiziell führt Bürgermeister Rainer Schmidt Formfehler als Begründung an. Der Antrag sei an den Bürgermeister und nicht an die Gemeindevertretung gerichtet, was richtig gewesen wäre, so der Bürgermeister.

Die Gründe gehen aber ganz offensichtlich tiefer, womit Rainer Schmidt auch keineswegs hinter dem Berg hält. „Wo es rechtlich möglich ist, werden Windkraftanlagen errichtet. Die Gemeinde hat keinen Einfluss darauf“, stellt er klar. Schmidt bestätigt damit eine Aussage des Leiters vom Amt für Raumordnung und Landesplanung Westmecklenburg, Karl Schmude, die dieser auf einer Bürgerinformationsveranstaltung in Dadow geäußert hatte.

Die Gemeinde Alt Krenzlin hofft, mit der Windkraft die leere Gemeindekasse aufzubessern. Dazu hat sich die örtliche AG Windpark gerade für einen Anbieter entschieden. Denn am Geld hapert es mächtig. Das zog sich durch die gesamte Gemeindevertretersitzung.

Nicht bei allen Einwohnern der Gemeinde stößt das auf Wohlwollen. Gäste der Gemeindevertretersitzung haben das auch unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Sie sehen die Lebensqualität in den Dörfern der Gemeinde künftig durch die Windräder bedroht. Eine Bürgerinitiative kämpft gegen die Ausweisung eines Windkrafteignungsgebietes auf Gemeindeterritorium. Eine Bürgerin brachte es zum Ausdruck: „Es hieß immer, bei uns lohne sich die Windkraft nicht, weil wir in einem windarmen Gebiet leben. Und nun auf einmal sollen hier Windräder gebaut werden.“

Unterdessen ist völlig offen, wo die Windräder tatsächlich einmal in der Landschaft stehen werden. Gegenwärtig läuft die erste Stufe des Beteiligungsverfahrens. Jedermann, der begründete Einwände gegen bisher vorgesehene Windkraftgebiete hat, kann diese noch bis zum 30. Mai vorbringen. Dann folgt die Auswertung, bevor es eine zweite Stufe der Beteiligung geben soll.

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