Ludwigslust : Windeln, Katzenstreu und Becher

Christa und Peter Wohlfart, Georg Musinska und Olaf Rank (v.l.n.r.) sammeln am Straßenrand bei Hornkaten Müll ein.  Fotos: Neumann
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Christa und Peter Wohlfart, Georg Musinska und Olaf Rank (v.l.n.r.) sammeln am Straßenrand bei Hornkaten Müll ein. Fotos: Neumann

Helfer des Ludwigsluster Frühjahrsputzes sammeln an Straßen, Wegen und Waldrändern Müll. Vor allem Feuerwehren und Vereine aktiv

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25. März 2018, 21:00 Uhr

Schon wieder ein Kaffeebecher. „Die liegen hier ohne Ende herum, genauso wie leere Zigarettenschachteln“, sagt Peter Wohlfart. Olaf Rank ergänzt: „Man kann ja unterwegs seinen Kaffee trinken, aber muss den Becher doch dann nicht durch die Gegend schmeißen.“ Seit gut einer Stunde sind die beiden Männer an diesem Sonnabend gemeinsam mit anderen Hornkatenern unterwegs, um Müll zu sammeln – in ihrem Dorf sowie an Straßen und Querwegen bis runter zur B 5. Radkappen, Flaschen, Plastikbecher und eine Tüte voller Zigarettenstummel sind bereits in den roten Säcken gelandet. „Reifen oder Batterien waren anders als im Vorjahr noch nicht dabei“, erzählt Peter Wohlfart. „Ich glaube aber nicht, dass das ein Zeichen dafür ist, dass das Bewusstsein der Menschen besser geworden ist.“

Beim Ludwigsluster Frühjahrsputz, den Kitas, Schulen und das Zebef schon an den Tagen zuvor begonnen hatten, waren in der Stadt und in den Ortsteilen Helfer mit roten Säcken und Greifzangen unterwegs, um Müll zu sammeln. „Die meisten kamen von Jugendfeuerwehren und Feuerwehren, von Vereinen, Jagdgenossenschaften und Seniorenbeirat“, sagt Gemeindejugendfeuerwehrwart Lars Warnke. „Einzelne Bürger hatten sich kaum eingefunden.“

Eine Gruppe der Techentiner Jugendfeuerwehr hat eine besonders schlimme Ecke erwischt – die Straße Am Industriegelände und den angrenzenden Wald. Ein Sack Katzenstreu, eine Tüte Dünger und Unmengen von Schnaps- und Bierflaschen waren nicht das Schlimmste. „Wir haben auch benutzte Windeln gefunden. Das war nicht so toll“, meint Lukas. Fabian findet es gut, dass die Müllsammelaktion gemacht wird. „Es ist ja nicht schön, wenn der ganze Wald so schmutzig ist.“ Und Maurice hat nach eigener Aussage sogar Spaß dabei. „Weil es schön ist zu sehen, dass der Wald hinterher sauber ist.“

Nach getaner Arbeit treffen viele Frühjahrsputzer am Techentiner Feuerwehrhaus an, wo Gemeindewehrführer Bodo Thees Bratwurst grillt. „Ich freue mich, dass gerade auch die Kleinen dabei sind“, sagt Stadtvertreterpräsident Helmut Schapper, der in Techentin selbst mit zugepackt hatte, mit Blick auf die Ludwigsluster Floriangruppe. „Diese Kinder werden künftig wohl nicht diejenigen sein, die ihren Abfall achtlos wegwerfen.“ Bürgermeister Reinhard Mach überreichte an die engagierten Erwachsenen, unter anderem vom Seniorenbeirat, Eintrittskarten für das Gartenevent „Frühlingszauber“ am Schloss. „Wir möchten doch auch, dass unsere Stadt sauber ist“, sagt Ingrid Zabel vom Seniorenbeirat. „Und in der Gemeinschaft macht selbst Müllsammeln Spaß.“ Und jemand Anderes mache es ja nicht, ergänzt ihr Mann Holger.

Auch für Peter Wohlfart und seine Frau Christa war es keine Frage zu helfen, als der Flyer mit dem Aufruf zum Frühjahrsputz im Briefkasten lag. „Man kommt mal wieder zusammen, schnackt ein bisschen und räumt das Dorf auf“, erklärt er seine Motivation. Die Hornkatener, die mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag gestartet waren, haben vielleicht sogar den ältesten Teilnehmer gestellt: Georg Musinska ist bereits 82 Jahre alt.

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