Ski-Langlauf : Wille führte bis an die Bundesspitze

<strong>Bundeszweiter:</strong> Als alleiniger Vertreter für Mecklenburg-Vorpommern gelang (von links) Sportlehrer und Trainer Andreas Peter, Frederike Ahrends, Cindy Pattusch, Jan Storm und David Quade auf Anhieb der zweite Platz beim Bundesfinale 'Jugend trainiert für Paralympics' in Schonach. Schulleiter Gerd Laudon gratulierte den erfolgreichen Repräsentanten. <foto>Harald Schulz </foto>
Bundeszweiter: Als alleiniger Vertreter für Mecklenburg-Vorpommern gelang (von links) Sportlehrer und Trainer Andreas Peter, Frederike Ahrends, Cindy Pattusch, Jan Storm und David Quade auf Anhieb der zweite Platz beim Bundesfinale "Jugend trainiert für Paralympics" in Schonach. Schulleiter Gerd Laudon gratulierte den erfolgreichen Repräsentanten. Harald Schulz

Beim Bundesfinale der Winterspiele "Jugend trainiert für die Paralympics" im Ski-Langlauf in Schonach/Schwarzwald platzierte sich das Ludwigsluster Team der "Schule an der Bleiche" auf den zweiten Platz.

svz.de von
08. März 2013, 12:02 Uhr

Ludwigslust | Bundeszweiter. Die Mannschaft der Ludwigsluster Schule an der Bleiche strahlte noch gestern beim kleinen Empfang in der Schule über die Urkunde, die Silbermedaillen und den funkelnden Pokal. Lediglich 36 Sekunden fehlen beim Bundesfinale der Winterspiele "Jugend trainiert für die Paralympics" im Ski-Langlauf in Schonach/Schwarzwald zum ganz großen Coup. Vor und hinter den Ludwigslustern platzierten sich jeweils Teams aus Sachsen. Allein das Bundesland Bayern stellte kein Team für das jährlich ausgetragene Bundesfinale.

Der 15-jährige David Quade beschrieb diesen zweiten Platz unter Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet kurz und knapp: "Das war Bombe!" David, Frederike Ahrends (14), Cindy Pattusch (13) und Jan Storm (14) wurden von ihrem Sportlehrer und Trainer Andreas Peter betreut. Auch er war mit dem Abschneiden überaus zufrieden. Noch nach dem ersten Wettkampftag lagen seine vier Skilangläufer auf dem ersten Platz. Keiner war als Mannschaft schneller im Skisprint. Erst über die zwei Kilometer in der Loipe am zweiten Tag schob sich die Vertretung aus Sachsen nach vorne. Vor Ort gab es dann auch sofort Lob und Anerkennung von Lutz Gau, zuständig für den Schulsport im Bildungsministerium MV.

Eiserne Disziplin und trotzdem mit jugendlicher Freude dabei

Peter arbeitet und trainiert schon seit Jahren an der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung Schule, so die offizielle Bezeichnung der Ludwigsluster Schule in der Friedrich-Naumann-Allee, erfolgreich mit Schülern. Mit seiner Unterstützung schafften es Leichtathleten bis in die Weltspitze. Seine derzeitigen vier Schützlinge brachten jedoch als einzige Voraussetzung für das Bundesfinale den Willen zum Siegen mit. Skilaufen, dass probierten sie zu aller erst auf rutschigen Lappen in der Schulsporthalle aus. Doch daraus wurden mit Trainingsfleiß schnell perfekte Bewegungsabläufe. "Den Ausschlag für diesen phänomenalen Erfolg gab die Vorbereitungswoche in Schonach auf das Finale. Das Quartett bewies eine eiserne Disziplin, meisterte zwischen den Trainingseinheiten das Zusammenleben in der Ferienwohnung und dann im Wettkampfquartier. Es war jeden Tag zu spüren, dass sie vorn landen wollten und trotzdem jugendliche Freude dabei hatten", blickt Peter zurück. Was der auch in der Freizeit begeisterte Sportsmann bedauert, ist, dass das Nationale Olympische Komitee den geschützten Begriff "Olympische Spiele" nicht für die Paralympics frei gibt. Damit würden auch keine Förder- und Preisgelder fließen.

Auch die Ludwigsluster Mannschaft reiste mit Geld aus der privaten Schatulle zum Bundesfinale - über 1600 Euro schoss Andreas Peter vor. Jetzt, nach der Rückkehr, wirbt Schulleiter Laudon um Sponsoren. In Aussicht stehen Gelder vom Jugendamt, Jobcenter und vom Kinderhaus Tohus-Förderverein in Neu Kaliß.

"Die finanziellen Mittel für eine solche Teilnahme zu finden, ist die eine Seite der Medaille", erklärt Schulleiter Laudon, "das werden wir schon schaffen. Entscheidender ist für mich aber, dass diese behinderten Kinder aus oft schwierigen sozialen Verhältnissen kommen, für sie ein Leben in Heimen durchaus der Normalfall ist. Wenn solche Kinder dann erleben, dass auf ihre Fähigkeiten Wert gelegt wird, dass ihr Engagement von Lob und Anerkennung begleitet wird, dann wird ihr Lebensgefühl gestärkt, sie merken, dass sie gebraucht werden." Laudon sieht die Vermittlung solcher positiven Anstöße mit als zentrale Aufgabe für die Arbeit mit den Schülern. Der offene Unterricht unterstützt mit dabei und führt auch dazu, dass an der Schule ein freundlicher Umgangston zu merken ist.

Auch deshalb ist der Schulleiter froh über solche motivierten Aushängeschilde, die nach innen und nach außen signalisieren, dass Leistung aus durchaus unterschiedlichen Spitzen besteht.

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