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Landkreis Ludwigslust-Parchim : Wildunfälle zur Massenplage geworden

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40 Prozent aller Verkehrsunfälle im Landkreis Ludwigslust-Parchim hatten im vergangenen Jahr mit Wild zu tun. Bei Verkehrsunfällen kamen 23 Menschen ums Leben. Das gab die Polizei in ihrer neuesten Statistik bekannt.

svz.de von
erstellt am 28.Apr.2013 | 06:06 Uhr

Ludwigslust | Es hätte die Vorzeigestatistik der Polizei seit der Wende in Sachen Verkehr werden können. Hätte, wenn das Thema Wildunfälle nicht wäre. Deren Zahl ist im vergangenen Jahr schon wieder gestiegen. Inzwischen haben fast 40 Prozent aller Unfälle mit Wildtieren zu tun. Dennoch lebten die im Polizeijargon "Verkehrsteilnehmer" genannten Menschen auf den Straßen im Landkreis sicherer. Und das bei stärkerem Verkehr.

"Insgesamt stagnierte das Verkehrsunfallaufkommen und hat sich im Berichtszeitraum in absoluten Zahlen von 7740 Verkehrsunfällen im Jahr 2011 auf 7766 (+ 0,3%) im Jahr 2012 nur unwesentlich erhöht. Während die schweren Unfälle mit getöteten und schwer verletzten Verkehrsteilnehmern erheblich zurückgingen (- 22%), kam es zu einer Zunahme von Unfällen mit Sachschäden," sagt die Polizei, die das Unfallgeschehen akribisch und auf den Tag genau beobachtet.

Bei Verkehrsunfällen im Landkreis kamen im vergangenen Jahr insgesamt 23 Menschen ums Leben. Das sind 19 weniger (- 45%) als im Jahr 2011. Damit liegt die Anzahl der Getöteten in etwa wieder auf dem Stand von 2010, als 21 Personen bei Straßenverkehrsunfällen ihr Leben verloren. Im vergangenen Jahr wurden 888 Verkehrsteilnehmer (2011= 924) verletzt, 171 davon schwer (2011= 220).

Eine schlüssige Erklärung für die drastisch gesunkene Zahl der Getöteten im Straßenverkehr kann die Polizei nicht liefern. Das könne nach einigen schweren Unfällen in diesem Jahr schon wieder ganz anders aussehen. Beständiger sind hingegen die Tendenzen bei den Verletzten. Hier weist die Statistik in den vergangenen Jahren eindeutig nach unten. "Wir haben uns in den vergangenen Jahren über die Unfallkommission um Unfallschwerpunkte gekümmert, gefährliche Situationen auch baulich entschärft. Zudem wird die Sicherheitsausstattung der Fahrzeuge immer besser. Das wirkt sich dann bei der Zahl der Verletzten aus, obwohl jeder immer noch einer zuviel ist", berichtet Ralf-Peter Hirsch. Der Polizeihauptkommissar ist Sachbearbeiter Verkehr und so etwas wie die Seele der Verkehrsbeobachtung im Landkreis.

Neben den zahlreichen Wildunfällen hat ihm noch eine andere Tendenz eine bessere Statistik verhagelt, der lange Winter mit immer wieder wechselnden Witterungsbedingungen. Es gab einfach mehr Glätteunfälle, meist blieben die Auswirkungen gering.

Vom Phänomen zur langsam unbeherrschbaren Plage entwickeln sich die Wildunfälle. Ihre Zahl stieg von 2834 im Jahr 2011 auf 3070 im Jahr 2012. Damit hat sich der Anteil der Wildunfälle in den letzten zwei Jahren um 5,5 Prozent erhöht und macht nunmehr einen Anteil von 39,5 Prozent am Gesamtunfallaufkommen im Landkreis aus (2011=36,6%; 2010=34%).

Positiv zählt jedoch: In der Langzeitbetrachtung hat sich das Verkehrsunfallgeschehen im Landkreis insgesamt positiv entwickelt. So kamen im Jahr 2008 bei 7824 Verkehrsunfällen noch 33 Menschen ums Leben. Seinerzeit wurden 1224 Personen verletzt, 326 davon schwer.

Unverändert blieben im Berichtszeitraum die Hauptunfallursachen. Häufigste Unfallursache waren wiederum Abstandsfehler, also das Nichteinhalten des erforderlichen Sicherheitsabstandes, das zu 758 Zusammenstößen führte. Überhöhte bzw. unangepasste Geschwindigkeit war im vergangenen Jahr in 496 Fällen unfallursächlich (2011= 391). Zu dieser Unfallursache zählen auch die Glätteunfälle. Vorfahrtsfehler führten zu 310 Unfällen und Alkohol bzw. Drogen am Steuer waren im letzten Jahr die Ursache für 174 Verkehrsunfälle im Landkreis. Dabei ist die Zahl der Drogenfälle deutlich gestiegen. Die Polizei führt das auf mehr Kontrollen und bessere Test zurück, die zur Verfügung stünden.

Trotz guter Ergebnisse bleibt die Polizei weiter ehrgeizig: "Ziel war und ist es, insbesondere die schweren Verkehrsunfälle mit Personenschäden zurückzudrängen", so der Leiter der Polizeiinspektion Ludwigslust, Hans- Peter Günzel. "Hierzu arbeiten wir seit Beginn des letzten Jahres mit einem neuen Verkehrssicherheitskonzept. In diesem Konzept werden neben der aktiven Einflussnahme zur Zurückdrängung der Hauptunfallursachen auch jahreszeitliche und saisonale Bedingungen im Straßenverkehr besonders berücksichtigt, woraus sich monatliche Kontrollschwerpunkte für die Beamten aller Polizeireviere im Zuständigkeitsbereich ableiten bzw. ergeben.", so der Polizeidirektor weiter.

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