heiddorf : Wieder Lkw-Crash auf B 191

Nach der Bergung aus dem Wassergraben blockiert der Laster die ganze Fahrbahn.   Spätere Untersuchungen am EU-Kontrollgerät  in der Fahrerkabine  haben ergeben, dass die vorgeschriebene Lenkzeit überschritten wurde.
Nach der Bergung aus dem Wassergraben blockiert der Laster die ganze Fahrbahn. Spätere Untersuchungen am EU-Kontrollgerät in der Fahrerkabine haben ergeben, dass die vorgeschriebene Lenkzeit überschritten wurde.

25-jähriger polnischer Lkw-Fahrer verunglückt / Bundesstraße bis Mittag voll gesperrt / Kritik an zu schmaler Fahrbahn

svz.de von
20. März 2014, 20:30 Uhr

3.36 Uhr ist für den Dömitzer Feuerwehrmann Enrico Frenz die Nacht zu Ende. „Unfall auf der B 191 kurz hinter Heiddorf. Ein Lkw liegt im Graben.“ Schon wieder. Erst im Dezember musste die Dömitzer Wehr zu einem Lkw-Unfall auf die B 191 ausrücken. Gestern hat es einen Zwanzig-Tonner erwischt. Kurz nach drei Uhr morgens war ein 25-Jähriger mit seiner Zugmaschine plötzlich nach rechts von der Fahrbahn abgekommen. Der Mann hatte Glück. Er schrammt mit der Fahrerkabine knapp an einem Baum vorbei. Die Wucht war so groß, dass die Fahrertür dabei abgerissen wurde. Weiter unten kommt der Laster zum Stehen. Mitten im Wassergraben. Enrico Frenz und seine Männer bauen mit Leitern einen Steg und steigen durch die aufgerissene Fahrerkabine zu dem schwer Verletzten. Der Mann hat offene Beinbrüche. Wenig später bringt ihn ein Rettungswagen ins Schweriner Klinikum. „Er ist nicht in Lebensgefahr“, sagt sein Vater. Auch er ist Lkw-Fahrer. In Neustadt-Glewe hatte er an diesem Morgen auf seinen Sohn gewartet. „Wir wollten dort den Fahrdienst tauschen. Als mein Sohn aber um vier Uhr nicht ans Handy ging, habe ich mir Sorgen gemacht.“ Dann hört er von dem Unfall und fährt sofort hin. „Vier Jahre fahren wir diese Strecke jetzt zwischen Hannover und Greifswald“, sagt der Vater. „Nie ist etwas passiert. Ich verstehe das nicht.“

Die B 191 - laut Dietrich Schulz vom Amt Dömitz- Malliß ist sie ohne Zweifel die gefährlichste Straße im Amt. Die Fahrbahnbreite sei zwar normgerecht. „Aber die Bäume stehen zu dicht an dieser ewig geraden Straße. Da entsteht bei vielen wahrscheinlich so ein Tunnelblick“, sagt er. Sechs Meter breit ist die B 191 auf dem Abschnitt hinter Heiddorf. „Das ist die minimale Ausbaubreite“, sagt Burkhard Karberg, Straßenmeister beim Schweriner Straßenbauamt. Die Bäume stehen im so genannten Lichtraumprofil. Dem „lichten Raum“, der auf dem Fahrweg eigentlich von Gegenständen freizuhalten ist. Der Straße fehle ein Meter Breite, findet Karberg. „Um Verkehrssicherheit zu gewährleisten müssten die Bäume auf einer Seite gefällt werden.“

Unter den Lkw-Fahrern wird die B 191 inzwischen nur noch „Spiegel-Allee“ genannt. Wer hier sicher durchkommen will, müsse die Seitenspiegel einklappen und langsam fahren. Dazu komme, dass die Bundesstraße für Lkw die einzig sinnvolle Verbindung von Wolfsburg in den Norden darstelle. Dementsprechend hoch sei der Lastverkehr. Zur Ursache des gestrigen Lkw-Unfalls konnte die Polizei am Abend noch nichts sagen. Nur so viel stand bei der Stolper Autobahnpolizei schon fest: Der Fahrer hatte die vorgeschriebene Lenkzeit überschritten.

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