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16 junge Leute holen Schulabschluss nach : Wieder auf dem Sprungbrett in den Arbeitsmarkt

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Sechs Frauen und zehn Männer wollen es noch einmal packen: Nicole Karkowski und Daniel Bach sind zwei von 16 jungen Leuten, die wieder auf der Schulbank sitzen, um einen Schulabschluss zu erreichen.

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erstellt am 28.Aug.2012 | 09:50 Uhr

ludwigslust | Sechs Frauen und zehn Männer wollen es noch einmal packen: Sie sitzen seit Montag auf der Schulbank und wollen in einem Jahr die "Berufsreife mit Leistungsfeststellung" erreichen - ein qualifizierter Hauptschulabschluss, zu dem die Teilnehmer sechs Prüfungen ablegen müssen. Haben sie die gemeistert, winken ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ist auch Beate Wichmann überzeugt. Sie ist Projektkoordinatorin beim Bildungsträger GMK (Gesellschaft für modulare Kompetenzentwicklung), die diese Maßnahme in Kooperation mit dem Jobcenter durchführt. Die Motivation der Teilnehmer ist hoch.

Das bekräftigen zwei von ihnen: Nicole Karkowski (20) aus Ludwigslust und Daniel Bach (29) aus Dömitz. Sie strebt an, Altenpflegehelferin zu werden, er möchte eine Lehre als Koch anschließen. Daniel Bach hat den Traum, später einmal eine eigene kleine Gaststätte aufzumachen. Er weiß, dass es seine letzte Chance ist, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. "Ich hab’ mir vieles selbst versaut", gesteht er heute ein. Bei seinem vorherigen Bildungsträger fühlte sich Daniel Bach gemobbt und ist einfach nicht mehr hingegangen. Die Folge war der Rauswurf. Mit seinem jetzigen Berufsziel glaubt er endlich den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Seitdem er 16 Jahre alt war, wohnt Daniel Bach allein. Er hat sich das Kochen nahezu allein beigebracht. "Ab und zu hab’ ich mir ein paar Tipps von Mutti geholt", gibt er zu. Das dreiwöchige Praktikum in einer Großküche jenseits der Elbe hat ihm Spaß gemacht, so dass Daniel Bach danach auf 400-Euro-Basis dort angefangen hat. "Bloß dann sollte ich nachher für so wenig Geld 12 Stunden schrubben, und das hab’ ich nicht eingesehen." Verständlich, doch die Kündigung war die Folge. Dennoch bleibt Kochen die Leidenschaft des jungen Mannes, der auch gern mal Freunde dazu einlädt.

Nicole Karkowski ist es fast ähnlich ergangen. Sie weiß auch aus drei Praktika, dass der Beruf der Altenpflegehelferin ein Knochenjob ist. Trotz mancher Probleme dennoch ihr Ding, wie sie bekräftigt, denn: "Ich möchte mit Menschen zusammenarbeiten", unterstreicht die junge Frau.

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer des aktuellen Kurses ist mit 24 Jahren etwas höher als gewöhnlich. Die Spanne reicht von 17 bis 32 Jahre. Die meisten kommen aus Ludwigslust und Umgebung, ein Boizenburger ist auch dabei. Dass viele Teilnehmer bereits etwas lebenserfahrener sind, sieht Beate Wichmann als zusätzliche Chance für den Erfolg des Kurses. In einem Jahr wird abgerechnet.

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