Ludwigslust-Parchim : Wie viel Stellen braucht der Landkreis?

<strong>Kreistagssitzung</strong>: Der Stellenabbau in der Kreisverwaltung bleibt eines der zentralen Themen.
Kreistagssitzung: Der Stellenabbau in der Kreisverwaltung bleibt eines der zentralen Themen.

Landrat Rolf Christiansen will den Personalbestand der Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim „mit Augenmaß“ auf unter 1000 Stellen drücken. Aktuell sind es noch über 1100.

svz.de von
22. Januar 2013, 09:52 Uhr

Parchim | Eigentlich könnte sich die Verwaltungsspitze in Sachen Personal locker zurücklehnen und die Sache laufen lassen. Denn in Sachen Personal ist in den vergangenen Monaten von gemeinsamer Verwaltung viel passiert in Richtung Einsparung. Landrat Rolf Christiansen bezifferte die Zahl der eingesparten Stellen in 2012 auf mehr als 51. Gerade bei diesem Thema zeige sich der der Konsolidierungswille der Kreisverwaltung. Ganz klar würden hier interne Organisationsuntersuchungen und kritische Stellenplangespräche Wirkung zeigen. Auch wenn der vom Land zugrunde gelegte Musterstellenplan zur Personalentwicklung nur eingeschränkt anwendbar sei, werde im Landkreis Ludwigslust-Parchim eine planmäßige Annäherung hieran bis zum Jahr 2020 erreichbar sein, so Christian-sen. Das hieße einen Abbau der Gesamtstellen von 1124 im Jahr 2011 auf 1024 im Jahr 2020. "Das werden wir sozialverträglich und unter Nutzung altersbedingter Personalveränderungen erreichen."

Vor dem Ausschuss ging der Verwaltungschef, unterstützt von seinem Personalchef Marko Rosin, noch viel weiter. Er sei sich sicher, den Personalbestand mit Augenmaß auf unter 1000 Stellen reduzieren zu können, konkret wurde eine Zahl von 974 Stellen genannt. "Allerdings dürfen wir auf gar keinen Fall die Leistungsfähigkeit der Verwaltung gefährden. Im Übrigen halte ich es für keine gute Idee, die Folgen der Kreisgebietsreform auf den Rücken der Beschäftigten auszutragen."

Einsparung von Beschäftigten, alles ohne Kündigungen, führen nicht unbedingt zur sofortigen Senkung der Personalausgaben, wie die aktuellen Planungen zeigen. Für 2013 wird jetzt mit Kosten von 58,87 Millionen Euro gerechnet, 2012 waren es noch 58,06 Millionen. Hauptgrund sind die Tarifsteigerungen für die Beschäftigten, das allein macht in diesem Jahr 1,13 Millionen zusätzlich aus. Dazu kommen noch einmal 243 000 Euro, die Beamten zusätzlich bekommen. Diese Mehrkosten können durch den Stellenabbau nur teilweise aufgefangen werden. Das bedeutet eine Mehrbelastung trotz Stellenabbaus um 801 000 Euro.

Es gibt nur zwei Bereiche, in denen der Landkreis in diesem Jahr leicht aufstocken wird. Das betriff zum einen den Fachdienst Jugend und die Bußgeldstelle.

Ein Thema für sich sind die Auseinandersetzung des Kreises mit dem Land zum Stellenplan. Nach der Kreisgebietsreform gab es nämlich einen Musterplan, an den sich die Kreise eigentlich halten sollten. Der sah für Ludwigslust-Parchim 671,10 Stellen vor. Diese Zahl, das hatte nicht nur der Landrat immer wieder scharf kritisiert, habe mit der Wirklichkeit rein gar nichts zu tun. So seinen die 125,9 Stellen, die der Landkreis zu den Jobcentern beisteuere genauso wenig enthalten wie die 83 Stellen der Kreisstraßenmeisterei oder 39,80 Stellen für die Kooperationen mit der Landeshauptstadt Schwerin. Der Kreis betreibt z. B. gemeinsam mit Schwerin die Zulassungs- und Führerscheinstelle. Rechnet man alles zusammen, kommt man auf die Zahl von etwas mehr als 974 Stellen als Ziel, dass der Landkreis erreichen will.

Vieles beim Abbau wird dabei aus biologischen Zwängen passieren, die Kreisverwaltung ist deutlich überaltert. Immerhin sind 536 Beschäftigte im Kreis zwischen 51 und 60 Jahre alt, 95 Beschäftigte gehören gar zur Altersgruppe zwischen 61 und 70. Dagegen werden in der Gruppe zwischen 21 und 30 Jahre 146 Beschäftigte gezählt, in dem Bereich zwischen 41 und 50 sind es dagegen 300 Menschen. Kein Wunder, dass Landrat Rolf Christiansen vor dem Haushalts- und Finanzausschuss versprach, jeden Lehrling, der seine Ausbildung mit ordentlichen Ergebnissen abschlösse, einzustellen. Nur wer nach drei Jahren Ausbildung durch die Prüfung falle, für den könne kein Platz beim Landkreis sein.

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