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Glaisin : Wie heißt Ambiente auf Plattdeutsch?

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Mölling, ein Warnemünder Jung, war am Sonntag bei der Gillhoff-Gesellschaft in Glaisin zu Gast

Auch wenn er am Ende doch kein Fischer geworden ist wie sein Großvater, sondern ein maritimer Entertainer, die Liebe zur See und zu Mecklenburg-Vorpommern sei geblieben. So erzählte es der in Warnemünde aufgewachsene Reinhard Möller alias Mölling, der am Sonntag zum diesjährigen Auftakt der beliebten Veranstaltungsreihe „Plattdütsch tau’n Hoegen un Besinnen“ der Johannes-Gillhoff-Gesellschaft aus seinem heutigen Wohn- und Aufnahmestudio-Ort Graal-Müritz nach Glaisin gekommen war – zusammen mit seiner Gitarre.


Autobiografische Episoden zum Besten gegeben


Schließlich wollte er laut Ankündigung eigene Texte und Lieder lesen und singen. Und so geschah es denn auch – mit einer Ausnahme. Die bunte Auswahl des Nachmittags, an dem Mölling auch die eine oder andere autobiografische Episode zum Besten gab, reichte von einem vom berühmten Warnemünder Lotsenkommandeur Stephan Jantzen zu Protokoll gegebenen Bericht über die dramatische Rettung dänischer Schiffer vor Heiligendamm im Dezember 1873 über lustige Texte unter anderem über die Gefährlichkeit des Alkohols und über die schlagfertige Bemerkung einer jungen Frau auf Aufdringlichkeiten eines älteren Herrn bis zu mehreren plattdeutschen Liedern wie „Stormfohrt“ und „Ick weit dor ein Land“ – ein Lobgesang auf das lebenswerte Mecklenburg-Vorpommern.

Alles in allem war es ein mal nachdenklicher, mal humorvollerer Auftakt zum diesjährigen Veranstaltungsreigen der Glaisiner Gillhoff-Gesellschaft, welcher traditionell am jeweils ersten Sonntag im Monat stattfindet und bereits am 2. Februar mit einer Lesung von Dirk Römmer (Tönning in Nordfriesland) aus eigenen Texten fortgesetzt wird. Ihm folgen im März der Rostocker Autor Uwe Snopkowski, der ebenfalls eigene Texte präsentiert, im April ein literarisches Programm des „Plattdütschen Krink tau Swerin“ sowie im Mai die Buchpräsentation „Hamelfleisch un Räuben – 99 Reimschwänke von 99 Autoren aus vier Jahrhunderten“ von Hartmut Brun aus Polz, dem Vorsitzenden der Johannes-Gillhoff-Gesellschaft.


Gillhoff-Literaturpreis 2014 wird am 7. Juni verliehen


Am Ende des ersten Halbjahres steht am 7. Juni traditionell der diesjährige Gillhoff-Tag mit der Verleihung des Johannes-Gillhoff-Literaturpreises 2014 auf dem Programm. Wer ihn in diesem Jahr bekommen soll, darüber wird nach den Worten von Brun auf der Jahreshauptversammlung wahrscheinlich Mitte März entschieden.
Bleiben noch zwei Fragen zum gelungenen Nachmittag mit Mölling: So tauchte in seiner Erzählung über seine Ferien-„Probezeit“ als Schuljunge auf einer Tuckeinheit vor Warnemünde – jeweils zwei Fischerboote fuhren gemeinsam mit einem Schleppnetz auf Fang – über die Stimmung an Bord auch der Begriff Ambiente auf. Aber wie sagt man Ambiente up Platt? Gibt es dafür vielleicht auch einen niederdeutschen Begriff? Einmal bediente sich Reinhard Möller an seinem Glaisiner Nachmittag auch bei einem sehr populären niederdeutschen Klassiker, ohne dies ausdrücklich zu erwähnen. Ob alle wussten, dass die pointierte Geschichte über den Oll Paster Prehn, der nicht so viel vom gemeinsamen Baden von Jungen und Mädchen hält, von keinem Geringeren als Rudolf Tarnow stammt? Zumal heutige Pastoren (und Pastorinnen) da sicherlich eine wesentlich entspanntere Auffassung haben dürften, oder? Da ist dann wohl doch ein Ünnerscheid zu damals.




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erstellt am 07.Jan.2014 | 07:00 Uhr

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