Ludwigslust : Wie funktioniert EU-Politik?

Der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik (2.v.l.) stand den Schülern der Berufsschule Ludwigslust Rede und Antwort. Eva-Maria Grosser (l.), Projektleiterin der Gesellschaft für Europa- und Kommunalpolitik e.V., leitete die Diskussion.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik (2.v.l.) stand den Schülern der Berufsschule Ludwigslust Rede und Antwort. Eva-Maria Grosser (l.), Projektleiterin der Gesellschaft für Europa- und Kommunalpolitik e.V., leitete die Diskussion.

Ludwigsluster Berufsschüler und Fachgymnasiasten erfahren mehr über die Arbeit in Brüssel und bereiten eigenes Planspiel vor

svz.de von
09. Januar 2018, 05:00 Uhr

Woher kommen EU-Gesetze? Wie ist der Weg vom Entwurf bis zum Beschluss? Und wie sieht der Arbeitsalltag eines Politikers aus? Diese und weitere Fragen stellten sich die Schüler der Berufsschule Ludwigslust im Rahmen ihres Projektes über die europäische Asylpolitik. Am gestrigen ersten Tag wurden Grundlagen für das EU-Planspiel geschaffen, das heute stattfindet. Rede und Antwort stand den Schülern der SPD-Landtagsabgeordnete Dirk Friedriszik.

„Wir haben uns erst einmal damit beschäftigt, welche Ursachen und Auswirkungen die Flüchtlingskrise in der EU hat“, erklärt Lea Justine. Die 18-Jährige besucht die 12. Klasse des Fachgymnasiums. In kleineren Gruppen und verschiedenen Workshops haben sich die Schüler der insgesamt vier Klassen auf das Planspiel vorbereitet. „In einem Workshop zum Beispiel war jede Gruppe ein Land, darunter Deutschland, Malta und Griechenland“, erklärt Lea Justine. Anhand eines Fakten-Zettels mussten die Schüler die richtige Entscheidung für ihr Land treffen, zum Beispiel wie viele Flüchtlinge aufgenommen werden könnten. „Da fragt man sich natürlich, wie man mit so einer Situation umgehen sollte und was eventuell auch geändert werden muss“, erklärt die 18-Jährige. Durchgeführt wird das Projekt von der Gesellschaft für Europa- und Kommunalpolitik e.V. und Eurosoc#Digital.

Dass es nicht immer einfach ist, auf einen gemeinsamen politischen Nenner zu kommen, konnte dann auch Dirk Friedriszik berichten. Der Landtagsabgeordnete ist Mitglied des Rechtsausschusses und Sprecher der SPD-Fraktion unter anderem für Europapolitik. „Ich habe eine gewisse Affinität zur EU, da ich in meiner Zeit als Soldat auch in Straßburg und Brüssel tätig war“, erklärt der Techentiner. So konnte er den Schülern nochmal einen anderen Blickwinkel auf die EU bieten.

Zunächst interessierten sich die Schüler jedoch eher für den Arbeitsalltag eines Politikers und die Themen Bildung und Digitalisierung, ehe sie auf die Flüchtlingspolitik der EU zu sprechen kamen. Friedriszik machte dann eindeutig klar, dass er gegen die Einführung einer Obergrenze und für eine europäische Lösung bei diesem Thema sei.

„Trotzdem muss man sagen, dass 2014 und 2015 Sachen falsch gelaufen sind. Und nun muss man daran arbeiten, wie es zukünftig besser laufen kann.“ Drei Jahre nach dem großen Flüchtlingsstrom sei für ihn vor allem das Thema Integration wichtig.

Wie sich die Länder im Planspiel der Schüler entscheiden werden, bleibt abzuwarten. „Wir werden Mitglieder des Rates und des Parlaments repräsentieren und sogar deren Namen annehmen“, erklärt Lea Justine. Wer welches Land darstellt, wird erst heute Morgen ausgelost. Acht Schüler mussten sich allerdings schon gestern näher mit ihrer Rolle beschäftigen, da sie wichtige Personen repräsentieren werden. „Der erste Tag hat mir schon mal gut gefallen, auch wenn die Theorie teilweise trocken war. Deshalb bin ich umso gespannter auf das Spiel und die Entscheidungen“, so Lea Justine.

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